Siemens Energy startet die Vorbereitungen, um seinen Geschäftsbereich Transformation of Industry als eigenständiges Unternehmen aufzustellen. Zu dem Bereich gehört auch das Geschäft mit Elektrolyseuren für die Produktion von grünem Wasserstoff.
Ziel sei es, eine unabhängige Gesellschaft für industrielle Energielösungen zu schaffen, teilte der Münchner Energietechnikkonzern mit. In einem zweiten Schritt will das Unternehmen nach eigenen Angaben eine neue Eigentümerstruktur prüfen und den Bereich dekonsolidieren. Optionen reichen dabei laut Mitteilung vom Einstieg externer Investoren bis zu einer möglichen Kapitalmarkttransaktion. Eine bedeutende Minderheitsbeteiligung will Siemens Energy demnach behalten.
Elektrolyseure Teil eines breiten Portfolios
Der Bereich Transformation of Industry umfasst ein breites Technologieportfolio. Dazu zählen industrielle Dampfturbinen, Kompressoren, Elektrolyseure zur Wasserstofferzeugung, Generatoren und Motoren sowie maritime und Unterwasser-Technologien. Die rund 17.000 Beschäftigten dieses Bereiches erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro bei einer Gewinnmarge von 11,3 Prozent.
Die Kunden des Bereichs kommen vor allem aus den Branchen Öl und Gas, Chemie, Prozessindustrie, Papier, Zement sowie aus dem maritimen Sektor. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf das Servicegeschäft. Weltweit sind nach Unternehmensangaben mehr als 85.000 Anlagen installiert.
Fokus auf Stromerzeugung und -übertragung
Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender von Siemens Energy, begründet den Schritt mit unterschiedlichen Marktdynamiken innerhalb des Konzerns. „Transformation of Industry hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich entwickelt und ist heute ein profitables, stark wachsendes Geschäft. Wir sehen das Potenzial für weiteres profitables Wachstum, wenn wir die Weiterentwicklung des Geschäfts beschleunigen können“, sagt Bruch.
Innerhalb der bestehenden Konzernstruktur konkurriere der Bereich um Investitionen mit noch schneller wachsenden Geschäften. Zudem bediene Transformation of Industry weitgehend andere Märkte als der Rest von Siemens Energy. Diese Märkte seien oft schnelllebiger und stärker transaktional geprägt. Als eigenständiges Unternehmen könne der Bereich besser auf diese Anforderungen reagieren, so das Unternehmen.
„Wenn wir unsere Struktur nicht ändern, begrenzen wir das, was Transformation of Industry erreichen kann. Unser aktueller Investitionsfokus liegt auf Stromerzeugung und Stromübertragung mit höherem unmittelbarem Ertrag“, sagt Bruch. Der Konzern will Investitionen künftig vor allem in diese Bereiche lenken.
Neuer Markenname Omterra
Das ausgegliederte Geschäft soll zunächst unter der künftigen Marke von Siemens Energy, Omterra, firmieren, sobald diese eingeführt ist. Der Bereich verfügt über ein Netz von Fertigungsstandorten in Deutschland, darunter Duisburg mit rund 1.500 Beschäftigten, Erlangen mit rund 700, Görlitz mit rund 650 sowie Standorte in Mülheim an der Ruhr, Nürnberg, Erfurt, Hamburg, Leipzig und Berlin. Weitere Standorte befinden sich in Europa, den USA, Indien, China, Brasilien und Saudi-Arabien.
Als Wachstumstreiber nennt Siemens Energy langfristige Trends wie Energieeffizienz, industrielle Elektrifizierung, Dekarbonisierung, Digitalisierung sowie eine steigende Nachfrage nach Versorgungssicherheit. Siemens Energy beschäftigt weltweit rund 106.000 Menschen in mehr als 90 Ländern und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 39,1 Milliarden Euro.