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Mobilität

Siemens liefert drei Wasserstoffzüge für Strecke Mühldorf–Burghausen

Die Südostbayernbahn (SOB) und Siemens Mobility haben in Mühldorf den ersten Wasserstoffzug für den Regelbetrieb in Bayern präsentiert. Der Siemens Mireo Plus H wurde bei der offiziellen Vorstellung symbolisch in die Flotte der SOB aufgenommen. Derzeit finden Test- und Schulungsfahrten statt. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 sollen die drei Fahrzeuge planmäßig auf der Strecke Mühldorf–Burghausen zum Einsatz kommen.

Einsatz im Verkehrsvertrag „Linienstern Mühldorf 2025+“

Die drei Wasserstoffzüge sind Teil des Verkehrsvertrags „Linienstern Mühldorf 2025+“. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Freistaats plant und finanziert, hatte den Einsatz von Wasserstoffzügen vorgegeben. Siemens Mobility liefert die drei Mireo Plus H an die Südostbayernbahn. Nach Angaben von Siemens ermöglicht der Mireo Plus H lokal emissionsfreien Betrieb auf Strecken, deren Elektrifizierung nicht wirtschaftlich oder kurzfristig umsetzbar ist.

Die Wasserstoffversorgung erfolgt über eine neu errichtete Tankstelle von DB Energie in Mühldorf. Diese wird nach Unternehmensangaben mit 100 Prozent Ökostrom betrieben. Damit soll der Betrieb der Züge über die gesamte Prozesskette lokal emissionsfrei ablaufen.

Bundesförderung von 8,2 Millionen Euro

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) unterstützt das Vorhaben mit insgesamt 8,2 Millionen Euro. Davon entfallen 4,4 Millionen Euro auf die Beschaffung der Wasserstoffzüge und 3,8 Millionen Euro auf die Errichtung der Tankstelleninfrastruktur. Die Förderung erfolgt im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr“. Ein Teil der Mittel stammt aus dem Deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) im Programm NextGenerationEU. Koordiniert wird die Richtlinie durch die NOW GmbH, umgesetzt durch den Projektträger Jülich (PtJ).

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, verwies auf den Ursprung des Projekts: „Was mit dem Förderprojekt ‚H2goesRail‘ begann, wird nun Teil des Alltags der Menschen vor Ort: mit einer modernen, klimafreundlichen und zuverlässigen Bahnverbindung.“

Bayern will Dieselbetrieb bis 2040 beenden

Der Freistaat Bayern hat beschlossen, den Dieselbetrieb im Schienenpersonennahverkehr bis 2040 zu beenden. Wasserstoffzüge sollen neben der Elektrifizierung von Strecken und dem Einsatz von Akku-Zügen einen Baustein dieser Strategie bilden. Nach Einschätzung von Bayerns Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, eignet sich die Strecke von München nach Burghausen im sogenannten Chemiedreieck für den Einsatz von Wasserstoffzügen. „Ich setze darauf, dass die Züge ‚Made in Bavaria‘ zuverlässig auf der Strecke verkehren werden“, so Bernreiter.

Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für den Freistaat Bayern, betonte den Vorbildcharakter des Projekts: „Mit dem ersten Wasserstoffzug im Regelbetrieb zeigen wir, wie der Abschied vom Diesel auf der Schiene gelingen kann.“ Nach seinen Angaben sind die Züge zudem leiser als herkömmliche Dieselfahrzeuge.

Markus Frank, Kaufmännischer Leiter Regionalverkehr bei Siemens Mobility, ordnete den Testbetrieb als Meilenstein für die Region ein: „Wasserstoff- und Batteriezüge ermöglichen emissionsfreien Schienenverkehr auch dort, wo eine Elektrifizierung der Strecke nicht wirtschaftlich oder kurzfristig umsetzbar ist.“

Südostbayernbahn