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H2-Erzeugung

Alpine Hydrogen: Grüner Wasserstoff für Tirols Industrie soll EU-Förderung erhalten

Die drei Projektpartner Green Hydrogen Development & Investment (Österreich), Adele Hydrogen (Frankreich) und RCT GH (Deutschland) wollen in Tirol eine Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff errichten. Dafür hat das Konsortium einen Förderantrag im Rahmen der Auktion der EU Hydrogen Bank eingereicht.

500 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr geplant

Das Konsortium rechnet nach eigenen Angaben mit einer Produktion von rund 500 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr. Damit ließen sich die CO2-Emissionen um mehr als 4.000 Tonnen jährlich reduzieren. Der Wasserstoff soll direkt an die heimische Industrie in Tirol geliefert werden. Die Preise sollen mit konventionellem Wasserstoff konkurrieren können, der per Trailer über weite Strecken angeliefert werden muss. Für eine zweite Anlage gebe es bereits Anfragen, teilt das Konsortium mit.

Neuartige Elektroden steigern Leistung um 250 Prozent

Kern des Projekts ist eine alkalische Elektrolyse mit neuartigen Elektroden des französischen Partners Adele Hydrogen. Olivier Bucheli von Adele Hydrogen erklärt: „Die in Frankreich entwickelten und hergestellten Elektrodenmaterialien steigern nicht nur die Leistung der Elektrolyse um 250 Prozent sondern erhöhen auch die Prozessflexibilität. Dies verbessert die Integration in das Stromnetz erheblich.“ Damit könnten die alkalischen Elektrolyseure bei 5 MW statt der ursprünglichen 2 MW betrieben werden und 1.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde erzeugen.

Mikrostruktur der innovativen Elektrode

Adele Hydrogen SAS,
image created by LEPMI, Grenoble, France

Mikrostruktur der innovativen Elektrode

Flexibler Betrieb soll Stromnetze stabilisieren

Die Anlage soll zudem Regelleistung für Stromnetzbetreiber bereitstellen. Christian Weinberger, Sprecher des Konsortiums, erläutert das Konzept: „Wenn zu viel (erneuerbarer) Strom im Netz ist, produzieren wir viel Wasserstoff. Wenn zu wenig vorhanden ist, läuft der Elektrolyseur sozusagen im Leerlauf. Und das wird alle Viertelstunde angepasst.“ Diese Flexibilität soll gleichzeitig die Produktionskosten für den Wasserstoff optimieren.

Wertschöpfungskette kombiniert europäische und internationale Komponenten

Eric Rüland von RCT GH beschreibt die Kostenstrategie: „Die optimale Verteilung der Wertschöpfungskette kostengünstiger Standardkomponenten, darunter auch solche aus chinesischer Produktion, in Verbindung mit der Fertigung in Deutschland und Kernkomponenten aus Europa ermöglicht bewährte, robuste und langlebige Technologie bei sehr niedrigen Herstellungskosten.“

RCT GH mit Sitz in Konstanz ist ein Joint Venture mit RCT Holding als Mehrheitsgesellschafter und dem chinesischen Ausrüster Guofuhee als Minderheitsgesellschafter.

Adele Hydrogen ist ein Start-up aus Lyon, das edelmetallfreie Hochleistungselektroden für die alkalische Elektrolyse entwickelt und fertigt.

Der Tiroler Wirtschaftsminister Mario Gerber unterstützt das Projekt. Er betont in einem Schreiben, das Vorhaben leiste „einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Industriestandorts Tirol“.