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Politik und Recht

Offshore-Wind: Wasserstoffinitiative warnt vor Kosten durch fehlende Pipeline-Anbindung

Die Wasserstoffinitiative AquaVentus hat im Rahmen der Konsultation zur Novellierung des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) klare gesetzliche Regelungen für kombinierte Anschlusskonzepte gefordert. Offshore-Windparks sollen demnach künftig sowohl über Stromkabel als auch über Wasserstoffpipelines angebunden werden können. Dies könne laut AquaVentus die Infrastruktur besser auslasten, Kosten senken und grünen Wasserstoff effizienter erzeugen.

In anderen Nordseeanrainerstaaten sei diese kombinierte Nutzung bereits gängige Praxis. In Deutschland müsse sie nun gesetzlich verankert werden, um in den kommenden Anpassungen des Flächenentwicklungsplans berücksichtigt zu werden – insbesondere in den Zonen 4 und 5 der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) solle die regulatorischen Änderungen im WindSeeG frühzeitig antizipieren.

Warnung vor rechtlichen Risiken und Kosten durch reine Stromanbindung

AquaVentus warnt davor, die Flächenplanung ohne die Option auf kombinierte Anschlüsse fortzuführen. Dies könne zu rechtlichen Unsicherheiten, erhöhtem Planungsaufwand und möglichen Schadensersatzforderungen führen. Eine einseitige Fokussierung auf elektrische Überbauung mit Maßnahmen wie Spitzenkappung greife zu kurz, so die Initiative. Diese führten zu Ertragsverlusten und ineffizienter Nutzung der Windenergie.

Stattdessen biete die Offshore-Elektrolyse eine systemdienlichere Lösung. Sie ermögliche Flexibilität, zusätzliche Wertschöpfung und entlaste sowohl das Strom- als auch das Wasserstoffsystem.

Studie belegt Einsparpotenziale durch Offshore-Elektrolyse

Eine von AquaVentus beauftragte Studie der Beratungsgesellschaft Frontier Economics kommt zu dem Ergebnis, dass Offshore-Elektrolyseure die Systemkosten im Energiesystem deutlich senken können. Durch die Umwandlung von Strom in Wasserstoff auf See könnten Netzengpässe vermieden, Abregelungen reduziert und zusätzliche Stromleitungen eingespart werden. Die Studie beziffert das jährliche Einsparpotenzial auf bis zu 1,7 Milliarden Euro.

Appell an Bundesregierung zur Umsetzung des Koalitionsvertrags

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht die kombinierte Anbindung von Offshore-Windparks ausdrücklich vor. AquaVentus fordert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf, diese Zielsetzung nun in der WindSeeG-Novelle umzusetzen. „Es gibt eine eindeutige Bestandsaufnahme, dass die Kostentreiber des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in verfrühten Festlegungen liegen. Jetzt kommt es darauf an, die regulatorischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass kosteneffiziente und systemdienliche Lösungen zusammen mit Innovationen auch realisiert werden können“, sagt Jörg Singer, Vorstandsvorsitzender von AquaVentus.

Hintergrund: AquaVentus-Ziel ist eine Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr

AquaVentus ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Organisationen und Forschungseinrichtungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Ziel ist es, bis 2035 jährlich eine Million Tonnen grünen Wasserstoff aus Offshore-Windenergie in der Nordsee zu erzeugen und per Pipeline an Land zu transportieren. Dafür sollen 10 Gigawatt Elektrolyseleistung installiert und die entsprechende Infrastruktur aufgebaut werden.