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Sektorenkopplung

Elektrolyseur liefert bald auch Nahwärme für Bosbüll

Bosbüll in Nordfriesland baut sein bestehendes Wärmenetz aus. Die Nachverdichtung soll im Herbst 2025 beginnen. Erste Haushalte könnten bereits in der Heizperiode 2025/26 angeschlossen werden. Das Wärmenetz wird von der Bosbüll Energie betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen des Bürgerwindparks Bosbüll und des Energieunternehmens GP Joule.

Das bisherige Wärmenetz basiert auf  Power-to-Heat-Technologien. Mit Strom aus lokalen Wind- und Solaranlagen wird in einer 240-Kilowatt-Wärmepumpe Wärme erzeugt. Zusätzlich kommt ein Heizstab zum Einsatz, der „überschüssigen“ Strom aus dem Netz nutzt. Die erzeugte Wärme wird in einem Pufferspeicher zwischengespeichert. Ein Spitzenlastkessel dient als Redundanz.

Wasserstoffproduktion liefert zusätzliche Wärme

Ein Teil der Wärme soll künftig auch aus der Wasserstoffproduktion stammen. Direkt neben der Heizzentrale stehen zwei Elektrolyseure, die mit lokalem Wind- und Solarstrom betrieben werden. Die bei der Elektrolyse entstehende Prozesswärme wird in das Wärmenetz eingespeist. Die Elektrolyseure sind Teil des Projekts eFarm, das von GP Joule initiiert wurde.

Die eFarm versorgt in Nordfriesland unter anderem Brennstoffzellenbusse des öffentlichen Nahverkehrs mit grünem Wasserstoff. An dem Projekt sind über 20 Gesellschafter beteiligt, darunter Bürgerwind- und Bürgersolarparks. 

„Unser kommunales Wärmenetz zeigt, wie nachhaltig und zugleich wirtschaftlich die eigene Wärmeversorgung sein kann“, sagt Ingo Böhm, Bürgermeister von Bosbüll und Geschäftsführer der Bosbüll Energie.

Ministerpräsident lobt dezentrale Energienutzung

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther besuchte Bosbüll im Rahmen seiner Sommerreise. Er lobte die Gemeinde als Beispiel für dezentrale Energienutzung: „Die Wasserstoffproduktion ist ein gutes Beispiel für intelligente, regionale Energieversorgung. Erneuerbare Energien werden nicht nur in das Netz eingespeist, sondern direkt vor Ort genutzt, gespeichert, in Wasserstoff umgewandelt oder in einem Nahwärmenetz verwertet.“

Bosbüll speist künftig Wasserstoff-Abwärme ins Wärmenetz einGP Joule und Bürgerwindpark erweitern Nahwärmenetz in BosbüllProzesswärme aus Elektrolyse ergänzt Power-to-Heat-System in Nordfriesland