PGS plant im Rahmen des Mid-West Green Iron-Projekts in der Region Geraldton (Westaustralien) die Produktion von jährlich bis zu 7 Millionen Tonnen grüner Eisenpellets. Etwa 2,5 Millionen Tonnen davon sollen zu heiß brikettiertem Eisen (HBI) weiterverarbeitet werden. Die Anlage soll vollständig mit lokal erzeugter erneuerbarer Energie betrieben werden und grünen Wasserstoff nutzen, der mithilfe der Elektrolyseure von Thyssenkrupp Nucera erzeugt wird. Ein Auftrag geht aus der Namensnennung allerdings noch nicht hervor. Das gesamte Front-End Engineering and Design (FEED) steht noch aus und damit auch die finale Investitionsentscheidung (FID). Hinzu kommt, dass PGS kein etablierter Stahl- oder Industriekonzern ist, sondern ein Entwickler für grüne Großprojekte rund um Stahl, Energie und Ammoniak. Hinweise auf Investoren oder eine Finanzierungsstruktur finden sich auf der Homepage nicht.
Megaprojekt für Grünes Eisen
PGS will mit grünem Wasserstoff und lokalem Magnetit-Eisenerz zweierlei Eisenprodukte herstellen. Das eine sind Pellets aus Direkt Reduziertem Eisen (DRI). Dabei zieht der Wasserstoff den Sauerstoff aus den Eisenoxid-Pellets, die so leicht und porös werden. Um das Eisen leichter transportieren zu können, will PGS daraus auch Brickets herstellen, sogenanntes Hot Briquetted Iron (HBI), das ähnlich aussieht wie Kohlebricketts zum Grillen. Die CO2-Emissionen sollen so im Vergleich zu konventionellen Produktionen um bis zu 90 % sinken. Langfristig plant PGS, die Produktionskapazität auf bis zu 30 Millionen Tonnen Pellets und 10 Millionen Tonnen HBI pro Jahr zu steigern.
Zum Einsatz kommen sollen dabei standardisierte 20-Megawatt-Module der Scalum-Technologie von Thyssenkrupp Nucera. Die Elektrolyseure basieren auf alkalischer Wasserelektrolyse.
Geht alles glatt, könnte 2029 das erste Eisen exportiert werden. Thyssenkrupp Nucera will das Projekt gemeinsam mit PGS weiterentwickeln und nun zunächst einen EPF-Vertrag (Engineering, Procurement, Fabrication) schließen. Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis des Unternehmens werden frühestens im Geschäftsjahr 2026/27 erwartet. PGS-Geschäftsführer James Rhee betont: „Wir schätzen die Bemühungen und das Fachwissen, das das Team von Thyssenkrupp Nucera Australia bisher in unser wegweisendes Projekt zur Herstellung von grünem Eisen eingebracht hat.“
Mit dem Auftrag von PGS steigt die Gesamtkapazität der Projekte, bei denen Thyssenkrupp Nucera als bevorzugter Technologielieferant vorgesehen ist, auf über 3 GW. Das Unternehmen mit Sitz in Dortmund zählt zu den führenden Anbietern von Elektrolyse-Technologien und hat weltweit mehr als 600 Projekte mit einer Gesamtkapazität von über 10 GW realisiert.