Im Projekt O2Hamm werden Einsatzmöglichkeiten und Versorgungskonzepte für Sauerstoff aus der Wasserstoffproduktion entwickelt. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) und die Stadtwerke-Kooperation Trianel. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben mit 380.000 Euro. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre.
Das Wasserstoffzentrum Hamm soll nach Inbetriebnahme jährlich rund 1.500 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen. Als Nebenprodukt fallen dabei etwa 12.000 Tonnen Sauerstoff an. Als mögliche Abnehmer nennen die Projektpartner die Abwasserbehandlung, die Lebensmittelindustrie, Krankenhäuser sowie industrielle Prozesse.
Welche Ansprüche haben Mittelständler an Menge, Reinheit und Preis von Sauerstoff?
Die Projektpartner wollen die Bedarfe systematisch untersuchen. Grundlage sind strukturierte Befragungen, insbesondere von mittelständischen Unternehmen. Im Fokus stehen Anforderungen an Menge, Reinheit und Preis. Darauf aufbauend sollen verschiedene Versorgungsoptionen geprüft werden. Dazu zählen Transportlösungen, leitungsgebundene Versorgung sowie die Bereitstellung in gasförmiger und verflüssigter Form.
„Die Ergebnisse werden ökologisch und ökonomisch bewertet und sollen Unternehmen als Entscheidungsgrundlage dienen. Gleichzeitig trägt das Projekt zur effizienteren Ressourcennutzung bei, stärkt regionale Wertschöpfungsketten und unterstützt die Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie“, sagt Projektleiter Sahand Saadat vom Fraunhofer IEG.
O2Hamm ist Teil der Initiative H2Raum, die im Förderprogramm „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ des Bundesforschungsministeriums gefördert wird. Ziel ist, Wasserstoffakteure im Ruhrgebiet zu vernetzen und gemeinsame Projekte zu entwickeln. Beteiligt sind unter anderem die Westfälische Hochschule, die seit dem Wintersemester 2024/25 den Studiengang „Wasserstoffsysteme und Erneuerbare Energien“ anbietet.