Die in Konstanz ansässige RCT Hydrogen startet die Produktion von Elektrolyse-Anlagen für die industrielle Wasserstofferzeugung am Standort Saarbrücken. Die Fertigung erfolgt bei der Brück GmbH, einem Hersteller von Schmiede- und Ringprodukten für Maschinenbau, Energie- und Windkraftbranche. Beide Unternehmen haben dazu nach eigenen Angaben Kooperationsverträge unterzeichnet.
Die Jahreskapazität der Produktion soll 250 MW betragen. Im Juni 2026 beginnt nach Unternehmensangaben die Montage eines 5-MW-Elektrolyseurs. Auslieferung und Inbetriebnahme bei einem deutschen Industriekunden sind noch für 2026 geplant. Weitere Anlagen mit einer Elektrolyse-Leistung von über 30 MW befinden sich laut RCT Hydrogen in Planung. Bei Brück werden die Elektrolyse-Stacks gefertigt, die das Herzstück der Anlagen bilden. Das Unternehmen will dabei seine Erfahrung aus dem Anlagenbau für Öl- und Gasförderung einbringen.
Alkalische Druckelektrolyse mit chinesischem Technologiepartner für Wasserstoffkosten unter 5 Euro pro Kilogramm
RCT Hydrogen setzt auf alkalische Druckelektrolyse. Schlüsselkomponenten liefert der chinesische Partner Guofuhee. Die wesentlichen Fertigungsschritte sollen nach Angaben des Unternehmens in Deutschland und Europa erfolgen. Die Technologie sei TÜV-geprüft. Dr. Eric Rüland, Vice President Vertrieb und Produkte bei RCT Hydrogen, nennt einen Zielpreis: „Die hohe Effizienz bei gleichzeitiger langer Lebensdauer der Elektrolyseanlagen ist für die Kunden ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Das bringt verlässlich niedrige Kosten für den grünen, CO2-freien Wasserstoff von unter 5,00 EUR pro Kilogramm.“
Die Unternehmen RCT und Guofuhee sind auch in ihrer Firmenstruktur verbunden. HInter RCT Hydrogen steht die
Konstanzer RCT GH GmbH. RCT GH wird laut einem öffentlichen Börsendokument von der RCT Holding kontrolliert; die übrigen 49 Prozent hält GF Hydrogen Europe, die Europagesellschaft von Guofuhee.
Demonstrationsanlage am Produktionsstandort geplant
Am Standort Saarbrücken ist zudem eine Demonstrationsanlage mit einer Leistung von 2,5 MW vorgesehen. Der dort produzierte Wasserstoff soll Erdgas in Hochtemperaturprozessen ersetzen. „Wir sehen hier die Chance Wasserstoff in der Produktion zum Einsatz zu bringen. Das wäre ein erster Schritt weg von fossilen Energieträgern bei der industriellen Produktion von Stahlschmiedeteilen“, sagt Frederic Scholl, Leiter Business Development bei Brück.
RCT Hydrogen vermarktet die Anlagen nach eigenen Angaben im „Hydrogen-as-a-Service“-Modell. Industriekunden produzieren den Wasserstoff dabei am eigenen Standort und nutzen ihn direkt vor Ort. Neben Industrieanlagen im Bereich von 1 bis 5 MW will das Unternehmen auch Großprojekte ab 100 MW bedienen.