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H2-Hochlauf

DWV begrüßt Förderung für Wasserstoff-Import aus Dänemark

Der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) begrüßt die Ergebnisse des deutschen „Auctions-as-a-Service“-Fensters im Rahmen der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank. Nach Angaben des Verbands wurden drei Projekte in Dänemark ausgewählt, die künftig erneuerbaren Wasserstoff für Deutschland liefern sollen. Die geplante Liefermenge liegt laut DWV bei rund 78.000 Tonnen pro Jahr ab 2031.

Der DWV gratulierte seinen Mitgliedern MorGen Energy, Copenhagen Infrastructure Partners (CIP), European Energy und Hy2Gen zu erfolgreichen Geboten. DWV-Vorstandsvorsitzender Andreas Kuhlmann erklärte: „Die Ergebnisse der dritten Hydrogen-Bank-Auktion sind aus Sicht des DWV ein starkes Signal für den europäischen Wasserstoffmarkt. Wir gratulieren unseren Mitgliedern MorGen Energy, CIP, European Energy und Hy2Gen zu den erfolgreichen Geboten. Sie zeigen, dass wettbewerbliche Fördermechanismen funktionieren und Wasserstoffmengen für Deutschland zu attraktiven Konditionen gesichert werden können.“

Kuhlmann forderte zugleich, den Ausbau von Importkorridoren nicht gegen den Aufbau heimischer Elektrolysekapazitäten auszuspielen. Deutschland werde langfristig sowohl auf Importe als auch auf eigene Wasserstoffproduktion angewiesen sein.

Projekte setzen auf Anbindung an deutsch-dänische Infrastruktur

Zu den ausgewählten Vorhaben gehört nach Unternehmensangaben das Projekt Njordkraft von MorGen Energy in Esbjerg. Die erste Ausbaustufe umfasst 300 Megawatt Elektrolyseleistung. Das Unternehmen plant eine spätere Erweiterung auf bis zu ein Gigawatt. Nach Angaben von MorGen Energy soll die Anlage jährlich rund 45.500 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren. Der Wasserstoff soll über die geplante deutsch-dänische Wasserstoffinfrastruktur an Industriekunden in Deutschland und anderen europäischen Ländern geliefert werden.

Auch Everfuel meldete einen Erfolg im deutschen Förderfenster. Das Unternehmen erhielt nach eigenen Angaben eine Förderzusage für die erste Ausbaustufe seines Projekts Frigg mit 200 Megawatt Elektrolyseleistung. Die Anlage soll im Revsing Energy Park in Vejen entstehen. Langfristig plant Everfuel einen Ausbau auf bis zu zwei Gigawatt Elektrolyseleistung. Das Unternehmen sieht die Anbindung an die geplante Wasserstoffpipeline zwischen Dänemark und Deutschland als nächsten wichtigen Entwicklungsschritt.

European Energy teilte ebenfalls mit, einen Zuschlag im deutschen Förderfenster erhalten zu haben. Weitere Projektdetails nannte das Unternehmen in der vorliegenden Mitteilung nicht.

Deutschland nutzt EU-Auktion für nationale Förderung

Die Projekte stehen im Zusammenhang mit dem „Auctions-as-a-Service“-Mechanismus der Europäischen Wasserstoffbank. Dabei können Mitgliedstaaten die zentrale EU-Auktion nutzen, um zusätzliche nationale Fördermittel an Projekte zu vergeben.

Für diesen Zweck hat Deutschland einen Förderrahmen von bis zu 1,3 Milliarden Euro vorgesehen. Die Europäische Kommission genehmigte die zugrunde liegende deutsche Beihilferegelung am 20. Mai 2026 (HZwei berichtete). Das Programm richtet sich an Elektrolyseprojekte in Dänemark, die Wasserstoff in die geplante Pipeline „Danish Hydrogen Backbone 1“ einspeisen und Abnehmer im deutschen Wasserstoff-Kernnetz beliefern sollen.

Die Europäische Kommission hatte die Ergebnisse der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank bereits am 7. Mai veröffentlicht. Insgesamt wurden dabei neun Projekte in sieben europäischen Ländern für die nächste Phase des Förderverfahrens ausgewählt. Nach Angaben der Kommission sollen die Vorhaben zusammen knapp 1,1 Gigawatt Elektrolyseleistung installieren und in den ersten zehn Betriebsjahren mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasserstoff produzieren.