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Fraunhofer ISE

Irland hat hohes Potenzial als Wasserstoff-Exporteur

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) sieht in Irland einen aussichtsreichen Standort für die Produktion und den Export von grünem Wasserstoff. Im Projekt HYreland untersuchten die Forschenden gemeinsam mit dem irischen Energieunternehmen Electricity Supply Board (ESB) das technologische, wirtschaftliche und ökologische Potenzial für grünen Wasserstoff sowie dessen Syntheseprodukte auf der Insel. Betrachtet wurden flüssiger Wasserstoff, Ammoniak, Methanol, Dimethylether (DME) sowie Fischer-Tropsch-Produkte wie e-Kerosin (SAF).

Pipeline-Export am günstigsten

Bei den Erzeugungskosten liegt Irland laut Studie auf vergleichbarem Niveau mit anderen potenziellen Exportländern wie Marokko, Südafrika oder Brasilien oder nur leicht darüber. „Eine ganze Reihe anderer Aspekte sprechen für den Standort Irland“, erklärt Projektleiter Christoph Hank vom Fraunhofer ISE. Der Staat treibe den Ausbau erneuerbarer Energien, besonders der Offshore-Windkraft, voran. Hintergrund ist nach Angaben des Instituts ein potenzieller Anstieg des Strombedarfs um 30 Prozent bis 2030 durch den Betrieb von Rechenzentren. Als Inselstaat müsse Irland zudem fluktuierende Erzeugung im eigenen Land puffern – wofür sich die Wasserstofferzeugung als flexibler Stromabnehmer anbiete.

Die Nähe zum europäischen Festland mache Irland zu einem aussichtsreichen Kandidaten für den Export nach Deutschland, so das Fraunhofer ISE. Als günstigste Variante identifizierten die Forschenden den Pipeline-Transport von Wasserstoff nach Stade und Rotterdam. Über diesen Pfad würde bereitgestellter Wasserstoff zwischen 160 und 205 Euro pro Megawattstunde kosten. Berechnet wurden auch die Transport- und Lieferkosten nach Duisburg per Schiff oder Pipeline.

Standortanalyse identifiziert Ballungsräume

In einer Analyse identifizierten die Forschenden mehrere Regionen mit gut ausgebauten Stromnetzen, hohem Windkraftpotenzial und potenziellen lokalen Abnehmern: die Region um Cork im Süden, den Südosten von Waterford, den Nordosten von Wicklow, Dublin, die Region um Moneypoint Generating Station an der Westküste sowie Zentral- und Nord-Limerick. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit der von ESB vorausgewählten Standorte Aghada Generating Station (Südküste) und Moneypoint Generating Station (Westküste) untersuchten die Forschenden mit dem am Fraunhofer ISE entwickelten Simulationstool H2ProSim.

Der Standort Aghada im County Cork eignet sich nach Einschätzung der Forschenden besonders für Power-to-X-Projekte. Dank der Nähe zu potenziellen Abnehmern wie dem Kraftwerk Aghada, der Raffinerie Whitegate und dem Flughafen Cork sowie der Exportmöglichkeiten über eine künftige Pipeline oder per Schiff vom Hafen Cork sei die Region aussichtsreich für die Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe. Die nahegelegene Midleton-Destille biete zudem eine Quelle für biobasiertes CO₂. „Bei allen Standorten ist wichtig, dass lokale Abnehmer für Wasserstoff und seine Derivate vorhanden sind. Das können Raffinerien sein, Kraftwerke oder die Betreiber von lokalen Wasserstofftankstellen“, erklärt Lucas Edenhofer vom Fraunhofer ISE.

Auszeichnungen für HYreland

Das Projekt wurde am 7. November 2025 mit dem erstmals vergebenen German-Irish Business Award ausgezeichnet. Zudem ist HYreland für die UN Decade of Ocean Science for Sustainable Development akkreditiert. Die detaillierten Ergebnisse präsentieren die Projektpartner am 20. Mai 2026 auf dem World Hydrogen Summit in Rotterdam.