Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search
H2-Erzeugung

ABO Energy verkauft Elektrolyseur und H2-Tankstelle bei Fulda an Tyczka

Die Tyczka Hydrogen GmbH hat den Wasserstoff-Hub im osthessischen Hünfeld-Michelsrombach von ABO Energy übernommen. Das teilten beide Unternehmen am 19. August 2026 mit. Rechtswirksam wurde die Transaktion nach Angaben von Tyczka am 17. August 2026. Über den Kaufpreis machten die Beteiligten keine Angaben.

Der Standort vereint einen 5-Megawatt-PEM-Elektrolyseur, eine Trailer-Abfüllstation und eine öffentliche 350-bar-Tankstelle. Er liegt im Logistikpark „Hessisches Kegelspiel“ nahe der Autobahn A7 bei Fulda. Die Anlage produziert grünen Wasserstoff für Brennstoffzellenbusse und -Lkw. Der benötigte Strom stammt aus Wind- und Solarparks.

Zertifizierter RFNBO-Wasserstoff seit Juli 2025

Seit dem 1. Juli 2025 ist die Anlage nach dem CertifHy EU RFNBO Voluntary Scheme zertifiziert. RFNBO steht für Renewable Fuel of Non-Biological Origin und bezeichnet erneuerbare Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs, die nach EU-Vorgaben Treibhausgasemissionen einsparen. Die Anlage war eine der ersten in Deutschland, die diese Zertifizierung durch den TÜV erhielt.

Die Angaben zur Produktionskapazität unterscheiden sich zwischen beiden Unternehmen leicht. ABO Energy nennt eine Jahreskapazität von bis zu 450 Tonnen Wasserstoff. Tyczka Hydrogen spricht von 400 bis 600 Tonnen pro Jahr. Das entspricht nach Unternehmensangaben in etwa dem Kraftstoffverbrauch von 100 Bussen im öffentlichen Nahverkehr oder 100 Schwerlast-Lkw pro Jahr. Der vor Ort erzeugte Wasserstoff wird direkt an der Tankstelle abgegeben oder per Trailer zu Endkunden transportiert.

Strategischer Ausbau des Tankstellennetzes

Für Tyczka Hydrogen ist die Übernahme Teil des Ausbaus eines eigenen Wasserstoff-Quellennetzwerks, das zusätzliche Produktionskapazitäten schafft und die regionale Abdeckung in der Mitte Deutschlands verbessert. „Mit dieser Akquisition setzen wir unseren strategischen Wachstumskurs im Wasserstoffmarkt konsequent fort. Gleichzeitig stärken wir unsere Position als einer der führenden Anbieter von RFNBO-zertifiziertem Wasserstoff und bauen unsere Präsenz als Betreiber von Wasserstofftankstellen gezielt weiter aus“, sagt Frank Götzelmann, CEO der Tyczka Gruppe.

Der Standort diente Tyczka Hydrogen bereits zuvor als Versorgungsquelle. Thomas Zorn, Geschäftsführer von Tyczka Hydrogen, verweist auf Synergien mit einem weiteren Standort: „Gemeinsam mit dem sich im Bau befindlichen Wasserstoff-Hub in Schweinfurt entstehen in der Region operative Synergien, welche die Lieferkapazität und Versorgungssicherheit für die Kunden von Tyczka Hydrogen weiter erhöhen.“

ABO Energy zieht sich nach Inbetriebnahme zurück

ABO Energy hat das Projekt nach mehrjähriger Planung und 13 Monaten Bauzeit im Sommer 2025 in Betrieb genommen. „Wir haben dieses komplexe Projekt von der Planung über die Errichtung bis zur Inbetriebnahme erfolgreich umgesetzt. Umso mehr freuen wir uns, mit Tyczka Hydrogen einen starken Käufer gefunden zu haben“, sagt Karsten Schlageter, Geschäftsführer bei ABO Energy. Bis zum Verkauf hatte die ABO Kraft & Wärme AG die Betriebsführung übernommen.

Das Projekt wurde im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) mit insgesamt zwölf Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Die Mittel stammen auch aus dem Deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) im Rahmen des EU-Programms NextGenerationEU. Koordiniert wird die Förderrichtlinie von der NOW GmbH, umgesetzt durch den Projektträger Jülich (PtJ).

Die Tyczka Gruppe mit Hauptsitz in Geretsried bei München ist ein familiengeführter Gasespezialist mit Fokus auf Wasserstoff, Industriegase und Flüssiggas. Nach eigenen Angaben erwirtschaftet das Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 500 Millionen Euro.