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H2-Kernnetz

Baustart für Wasserstoffleitung mosaHYc im Saarland

Mit einem symbolischen Spatenstich in Wallerfangen feierte Creos Deutschland am 28. August 2026 den Beginn der Rohr- und Tiefbauarbeiten. Für den Bau ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Enrotec und Max Streicher verantwortlich, wie HZwei berichtete. Der Planfeststellungsbeschluss für den deutschen Projektteil wurde im Juli 2026 erteilt und ist nun bestandskräftig, so das Unternehmen.

Die rund 17 Kilometer lange Wasserstoffleitung zwischen Leidingen und Dillingen bildet den deutschen Abschnitt des grenzüberschreitenden Projekts moselle-saar-Hydrogen conversion (mosaHYc). Sie soll Wasserstoff aus Frankreich in Richtung Dillingen transportieren. Der deutsche Projektabschnitt ist als Important Project of Common European Interest (IPCEI) eingestuft und wird von Bund und Land gefördert.

Kooperation mit französischem Netzbetreiber

MosaHYc entsteht in Kooperation mit dem französischen Netzbetreiber NaTran France. Auf französischer Seite sollen rund 20 Kilometer bestehende Leitungen auf Wasserstoff umgestellt und fünf Kilometer neu gebaut werden. Die neue französische Leitung soll zwischen Leidingen und Bouzonville gebaut werden.

Perspektivisch soll mosaHYc Teil einer europäischen Wasserstoffinfrastruktur werden. Über das deutsche Wasserstoff-Kernnetz sowie weitere europäische Projekte wie HY4LINK und HYFEN soll der Transport von importiertem Wasserstoff aus Norddeutschland, von der iberischen Halbinsel sowie über Luxemburg und Belgien möglich werden. So sollen industrielle Großverbraucher mit Wasserstoff aus verschiedenen Herstellungsregionen versorgt werden können. Im Saarland steht insbesondere die Stahlindustrie im Fokus.

Rafael Sierra Garrido, ebenfalls Geschäftsführer der Creos Deutschland, hob den grenzüberschreitenden Charakter des Projekts hervor: „Dieses grenzüberschreitende Projekt kann nur gelingen, weil Menschen und Unternehmen über Ländergrenzen hinweg an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Gerade in einer Zeit, in der internationale Verständigung nicht mehr selbstverständlich erscheint, ist das ein starkes Zeichen.“

Zweite Transformation des Netzes

Frank Gawantka, Geschäftsführer der Creos Deutschland, sagt: „Für unser Netz ist das bereits die zweite Transformation: In den siebziger Jahren haben wir es von Kokereigas auf Erdgas umgestellt; heute beginnen wir mit der Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff.“ Damit werde der Weg für eine „zukunftsfähige, resiliente und klimaneutralere Versorgungssicherheit“ geebnet.

Claude Seywert, CEO der Muttergesellschaft Encevo, verwies auf die Rolle von Wasserstoff dort, wo Elektrifizierung an ihre Grenzen stößt: „In der zukünftigen Energieversorgung wird Wasserstoff eine Schlüsselrolle übernehmen. Denn nicht überall lassen sich industrielle Prozesse oder der Schwerlastverkehr direkt elektrifizieren.“ mosaHYc sei „erst der Beginn einer Wasserstoffinfrastruktur in der Großregion“.

Die Encevo-Tochter Creos Deutschland mit Sitz in Homburg-Saar betreibt ein rund 1.600 Kilometer langes Gashochdrucknetz sowie ein rund 400 Kilometer langes Hoch- und Mittelspannungsnetz im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Das Unternehmen ist einer der Betreiber des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes.