Die Creos Deutschland Wasserstoff GmbH hat den Vertrag für Ausführungsplanung sowie Tief- und Rohrbauarbeiten der Wasserstoffleitung zwischen Leidingen und Dillingen unterzeichnet. Vertragspartner ist die Arbeitsgemeinschaft aus Enrotec Versorgung und Max Streicher. Die Leitung ist Teil des grenzüberschreitenden Wasserstoffprojekts mosaHYc (Moselle-Saar-Hydrogen-Conversion). Das Investitionsvolumen auf deutscher Seite beläuft sich nach Unternehmensangaben derzeit auf rund 70 Millionen Euro. Damit handelt es sich nach Angaben von Creos um das aktuell größte Wasserstoff-Infrastrukturprojekt im Saarland.
Gasnetzbetreiber baut Wasserstoffgeschäft auf
Creos mit Sitz in Homburg-Saar betreibt ein rund 1.600 Kilometer langes Gashochdrucknetz sowie ein rund 400 Kilometer langes Stromnetz im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Das Unternehmen ist eine Tochter der luxemburgischen Encevo-Gruppe. Für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur hat Creos die Tochtergesellschaft Creos Deutschland Wasserstoff GmbH gegründet, die als Projektgesellschaft den deutschen Teil von mosaHYc umsetzt.
Anbindung der Stahlindustrie an grenzüberschreitendes Netz
Die Leitung verläuft von der deutsch-französischen Grenze bei Leidingen bis zum Werksgelände der Rogesa Roheisengesellschaft Saar in Dillingen. Auf französischer Seite stellt der Netzbetreiber NaTran bestehende Leitungen im Département Moselle auf Wasserstoff um und errichtet neue Wasserstoffleitungen. Ziel ist ein grenzüberschreitendes Netz, das Erzeuger und Verbraucher verbindet. Das Vorhaben wird im Rahmen eines „Important Project of Common European Interest" (IPCEI) auf deutscher Seite von Bund und Land gefördert.
Der Auftragsumfang umfasst neben der Ausführungsplanung die Verlegung der Stahlrohrleitung, die Querung von Straßen, Bahnstrecken und Gewässern sowie Prüfungen zur Inbetriebnahme.
Baubeginn im August 2026 geplant
„Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung kann die bauliche Umsetzung eines bedeutenden Schlüsselprojekts im Saarland beginnen", sagt Norman Blaß, Geschäftsführer der Creos Deutschland Wasserstoff GmbH. „Die neue Leitung wird Industrieunternehmen in der Region künftig den Zugang zu Wasserstoff ermöglichen und steht zugleich anderen Nutzern zur Verfügung."
Das Raumordnungsverfahren für den rund 16 Kilometer langen Trassenkorridor zwischen Leidingen und Dillingen war Anfang 2024 abgeschlossen worden. Über den aktuellen Projektstand will Creos Mitte August bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung berichten.