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H2 in Kommunen

Bergisch Gladbach: Wasserstoff-Betriebshof der RVK nimmt voraussichtlich Ende 2026 Elektrolyseur in Betrieb

Die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) hat für den Bau des Grünen Mobilhofs (GMH) in Bergisch Gladbach zwei Förderbescheide über insgesamt 29,5 Millionen Euro erhalten. Bewilligungsbehörde ist die go.Rheinland. Rund 8,6 Millionen Euro entfallen auf den Erwerb des Grundstücks, die Herrichtung des Geländes sowie die Herstellung der Abstellflächen. Weitere rund 20,9 Millionen Euro stellt das Land Nordrhein-Westfalen unter anderem für die Wasserstofftankstelle, den Elektrolyseur, die Ladeeinrichtungen für Elektrobusse und spezifische Werkstatteinrichtung bereit. Das Gesamtprojekt hat nach Angaben der RVK ein Volumen von rund 60 Millionen Euro. Kosten- und Zeitplan werden laut RVK bislang eingehalten.

Elektrolyseur mit 36 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde

Technisches Herzstück des Grünen Mobilhofs wird eine Wasserstoffanlage mit Tankstelle und Elektrolyseur. Die Anlage soll 36 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde produzieren. Ein Wasserstoffbus der RVK verfügt in der Regel über einen Tank mit 16 Kilogramm Fassungsvermögen. Damit kann die Anlage pro Stunde etwas mehr als zwei Bustankfüllungen bereitstellen. Für die Verflüssigung und Verdichtung wird der Wasserstoff auf minus 40 Grad Celsius abgekühlt. Die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme soll als Nahwärme für die Gebäude genutzt werden. Zudem plant die RVK, die Zufahrt zum Betriebshof und die Waschanlage mit der Abwärme frostfrei zu halten.

Für die Erzeugung von grünem Wasserstoff hat die RVK die Stromversorgung ausgeschrieben. Infrage kommen nach Unternehmensangaben Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Regelmäßig muss nachgewiesen werden, dass zum Zeitpunkt der Wasserstoffproduktion Strom aus den beauftragten Anlagen ins Netz eingespeist wird.

Betriebshof für mehr als 40 Busse

Der Grüne Mobilhof umfasst eine Inspektionshalle, ein Parkdeck, ein Verwaltungsgebäude, eine Fahrzeugwaschanlage, einen Buscarport und die Wasserstoffanlage. Über 40 Busse finden dort Platz, 32 Busstellplätze werden mit E-Ladesäulen ausgestattet. Alle freien Dachflächen sind sowohl begrünt als auch mit Photovoltaikanlagen versehen. Über die Solarzellen soll der Eigenbedarf an Strom des Betriebshofs gedeckt werden – ausgenommen der Elektrolyseur. Überschüssiger Solarstrom wird in Batterien zwischengespeichert und zum Laden der E-Busse genutzt. Niederschlagswasser wird über die Dächer aufgefangen und zur Bewässerung der Grünanlagen genutzt. Die Fahrzeugwaschanlage arbeitet mit einem geschlossenen Wasserkreislauf.

Wasserstoffeinheit soll bis Ende 2026 fertig sein

Auf der Baustelle sind nach Angaben der RVK deutliche Fortschritte sichtbar. Die Rohbauarbeiten sollen im kommenden Herbst abgeschlossen sein. Als erster Bestandteil des Grünen Mobilhofs soll die Wasserstoffeinheit Ende des Jahres fertiggestellt werden und anschließend den Betrieb aufnehmen. Die Arbeiten an den Gebäudekomplexen sollen nach RVK-Angaben Mitte 2027 abgeschlossen sein.

„Mit dem Grünen Mobilhof und dem in der Planung befindlichen Aus- und Weiterbildungszentrum für klimaneutrale und digitale Mobilität in Mechernich realisiert die RVK zwei Großprojekte, mit denen wir die Weichen in Richtung einer modernen und zukunftsfähigen Mobilität stellen“, sagt RVK-Geschäftsführer Marcel Frank.

Holger Fritsch, Bereichsleiter ÖPNV-Investitionsförderung bei go.Rheinland, ordnet das Projekt ein: „Busse mit Wasserstoff im Tank werden dort gebraucht, wo der rein elektrische Betrieb an lokale Grenzen stößt. Hier wird demonstriert, wie eine optimale Wertschöpfungskette aussieht.“

Minister Oliver Krischer: „Wichtiger Schritt“ für das gesamte Bundesland

Für Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, ist der Bau des Grüne Mobilhofs zugleich „ein wichtiger Schritt für die Verkehrswende und den Klimaschutz in ganz Nordhein-Westfalen.“