Der Industriegasekonzern Air Products hat eine auf drei Jahre angelegte Vereinbarung mit der ArianeGroup über die Lieferung von kohlenstoffarmem Flüssigwasserstoff bekannt gegeben. Der Wasserstoff soll für Tests von Trägerraketentriebwerken sowie für damit verbundene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Europa eingesetzt werden.
Die Vereinbarung führt eine seit 1997 bestehende Zusammenarbeit fort und erweitert sie um den Aspekt eines reduzierten CO₂-Fußabdrucks bei bodengestützten Testaktivitäten. Ob mit dem CO2-armen Wasserstoff eines Tages auch Weltraumflüge stattfinden sollen, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.
Verflüssigung in Rotterdam, Einsatz in Vernon
Air Products verflüssigt den Wasserstoff in der Anlage in Botlek im Rotterdamer Hafen. Per Trailer wird er anschließend zum ArianeGroup-Standort Vernon in Frankreich transportiert. Dort kommt er bei der Entwicklung, Integration und Erprobung kryogener Triebwerke zum Einsatz, darunter die Aggregate Vulcain 2.1 und Vinci für die europäische Schwerlastrakete Ariane 6. Die ArianeGroup ist Hauptauftragnehmer der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) für die Trägerrakete Ariane 6.
Fokus auf Dekarbonisierung von Testbetrieben
„Wir sind stolz darauf, unsere Partnerschaft mit der ArianeGroup fortzusetzen und eine zuverlässige Versorgung mit kohlenstoffarmem Flüssigwasserstoff für Europas Triebwerkstestprogramme sicherzustellen“, sagt Caroline Stancell, Vice President Marketing and Growth Programmes, Europe & Africa bei Air Products. „Unsere Infrastruktur in Rotterdam sowie unsere Expertise in Wasserstoffsicherheit und -logistik unterstützen einen zuverlässigen und zugleich emissionsärmeren Testbetrieb.“
Air Products ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Wasserstofflieferant und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 12 Milliarden US-Dollar in rund 50 Ländern.