Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK) hat Roxana Tennert mit dem Hans-Messer-Preis 2025 ausgezeichnet. Die Absolventin des Master-Studiengangs Allgemeiner Maschinenbau an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) erhält die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Masterarbeit zur Entwicklung neuartiger Strömungsfelder für Elektrolyseure. Die Preisverleihung fand am 21. Mai 2026 im Rahmen der 26. Hans-Messer-Lecture statt.
3-D-gedruckte Strömungsfelder steigern Wirkungsgrad um 11,4 Prozent
In ihrer Arbeit „Development of Additively Manufactured Metallic Flow Fields for Optimized Mass Transport in Alkaline Electrolysis“ entwickelte Tennert metallische Strömungsfelder, die mittels additiver Fertigung aus Metall hergestellt werden. Diese Strukturen steuern in Elektrolysezellen den Fluss von Wasser, Ionen und entstehenden Gasblasen. Ziel ist es, Energieverluste zu verringern und den Wirkungsgrad der Elektrolyse zu erhöhen.
Tennert entwarf computergestützt sieben verschiedene Varianten, fertigte diese im Fertigungstechnik-Labor der Frankfurt UAS und testete sie in Elektrolysezellen. Dabei kombinierte sie elektrische Messungen mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen, um Entstehung und Abtransport der Gasblasen sichtbar zu machen. Mit der besten entwickelten Struktur ließ sich nach Angaben der Hochschule der Wirkungsgrad gegenüber herkömmlichen Lösungen aus Drahtgeweben um rund 11,4 Prozent steigern. Die höheren Herstellungskosten der additiv gefertigten Bauteile sollen sich laut der Untersuchung nach etwa 17.000 Betriebsstunden amortisieren.
Patentanmeldung und Fachveröffentlichung
Teile der Ergebnisse wurden bereits auf einer internationalen Fachkonferenz vorgestellt, zur Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Journal eingereicht und durch eine Patentanmeldung geschützt. Betreut wurde die Arbeit von Enno Wagner und Damian Großkreutz, beide Professoren an der Frankfurt UAS. Ergänzend wirkte Tennert an einem Forschungsprojekt zur Analyse der Gasblasenbildung in Elektrolysezellen mit. Ein von ihr entwickelter Ansatz zur mathematischen Beschreibung dieser Prozesse ist für den UMSICHT-Wissenschaftspreis nominiert.
Den Hans-Messer-Preis vergibt die IHK Frankfurt seit 1990 für herausragende Studienleistungen an der Frankfurt UAS. Ein zweiter Preis ging in diesem Jahr an Arvid Kühl für eine Bachelorarbeit zur Finanzmarktpolitik Südkoreas.