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Forschung

EU-Projekt Desiree will Festoxid-Elektrolyse effizienter und langlebiger machen

Das im Januar 2026 gestartete Forschungsprojekt Desiree (Development of Enhanced SOEL Components for Improved Reliability and Endurance) will die Festoxid-Elektrolyse (SOEL) in Effizienz, Haltbarkeit und Wirtschaftlichkeit verbessern. Zwölf Organisationen aus sechs europäischen Ländern arbeiten daran bis Juni 2029. Das Gesamtbudget beträgt knapp vier Millionen Euro. Gefördert wird das Vorhaben von der Clean Hydrogen Partnership und kofinanziert aus dem Horizon-Europe-Programm der EU.

40-kW-Prototyp mit thermochemischer Wasserstoffkompression soll Wirkungsgrad um 15 Prozentpunkte steigern

Kernziel ist der Bau und die Validierung eines 40-kW-Multi-Stack-Prototypsystems. Dieses soll Hochtemperatur-Elektrolyse mit thermochemischer Wasserstoffkompression kombinieren. Dadurch könnte druckbeaufschlagter Wasserstoff direkt erzeugt werden – ohne zusätzliche elektrische Kompression. Das System soll einen Wirkungsgrad von über 85 Prozent erreichen. Das wäre nach Projektangaben ein Zugewinn von mehr als 15 Prozentpunkten gegenüber heutigen Elektrolysetechnologien und ein wesentlicher Schritt zur Senkung der Wasserstoff-Gestehungskosten.

Neue Materialien sollen Leistung steigern, kritische Rohstoffe recycelt werden

Auf Zell- und Stack-Ebene entwickelt das Konsortium Elektroden, die mit nanoskaligen Materialien verbessert werden sollen, um die elektrochemische Leistung zu steigern und die Betriebstemperaturen zu senken. Neue glaskeramische Dichtungssysteme mit verbesserter thermischer und chemischer Stabilität sollen die Lebensdauer der Stacks verlängern. Zudem will das Projekt Recyclingrouten für kritische Rohstoffe wie Nickel, Kobalt, Lanthan und Strontium etablieren und die zurückgewonnenen Materialien in neue Komponenten einbringen.

Auf Systemebene setzt Desiree auf eine modulare und kompartimentierte Architektur. Diese soll die Betriebsflexibilität erhöhen, die Wartung vereinfachen und das Thermomanagement verbessern. Abwärmerückgewinnung über spezielle Wärmetauscher soll die Wasserstoffkompression antreiben. Fortgeschrittene Regelungsstrategien und Leistungselektronik sollen einen stabilen Betrieb in Stromnetzen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien ermöglichen.

Koordiniert wird das Projekt vom spanischen Forschungszentrum Cener. Beteiligt sind unter anderem das französische Commissariat à l'Énergie Atomique et aux Énergies Alternatives (CEA), das Unternehmen Genvia, die Fraunhofer-Gesellschaft mit dem Institut für Silikatforschung (ISC) und dem Center for High Temperature Materials and Design (HTL), das Politecnico di Torino, das finnische VTT sowie die Unternehmen Bosal und Eifhytec. „Desiree unterstützt direkt die Ziele des European Green Deal, des Fit-for-55-Pakets und der Clean Hydrogen Partnership", sagt Projektkoordinator Iñigo Garbayo, Leiter des Bereichs Wasserstoff in der Abteilung Netzintegration bei Cener.