Den Ausstieg begründet Stellantis in dem Finanzreport damit, dass man bis Ende des Jahrzehnts nicht damit rechne, dass sich leichte Nutzfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb durchsetzen. Das liege an der schlechten Tankstelleninfrastruktur, hohem Kapitalbedarf und dem Fehlen von Kaufanreizen. Der Automobilhersteller Stellantis mit Sitz in den Niederlanden produziert unter anderem die Marken Peugeot, Fiat, Opel und Jeep. Gemeinsam mit Michelin und Forvia unterhielt er das Joint Venture Symbio für die Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellenantrieben.
Abschreibungen machen den größten Anteil des Aufwandes aus
Aus dieser Entscheidung ergibt sich laut dem Bericht ein Gesamtaufwand von 1,1 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich aber nicht um eine einmalige Zahlung, sondern um eine Summe aus Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Vermögenswerte.
· Der größte Batzen mit 0,5 Milliarden Euro entfällt auf Beteiligungsergebnisse und betrifft die vollständige Abschreibung der Beteiligung am Wasserstoff-Joint-Venture Symbio sowie Wertberichtigungen auf an das Unternehmen vergebene Darlehen.
· Weitere 0,3 Milliarden Euro wurden in den Umsatzkosten verbucht, vor allem durch Abschreibungen auf brennstoffzellenbezogene Anlagen, Abwertungen von Vorräten und weitere damit verbundene Kosten.
· Weitere 0,3 Milliarden Euro schlagen in den Forschungs- und Entwicklungskosten zu Buche und resultieren überwiegend aus der Abschreibung aktivierter Entwicklungsausgaben im Bereich Brennstoffzellen.
In verschiedenen Medien hieß es bereits vor einigen Monaten, dass der Rückzug aus Symbio für Stellantis rund 235 Millionen Euro kosten soll. Diese Summe wurde unter anderem von der französischen Wirtschaftszeitung Les Echos berichtet und von weiteren Medien aufgegriffen. Nun scheint der Aufwand sogar noch höher.
Neue Strategie für Symbio noch unklar
Mit Stellantis verliert Symbio nicht nur einen Anteilseigner, sondern auch seinen wichtigsten Kunden. Laut Miteigentümer Forvia soll Stellantis für etwa 80 Prozent der Aktivitäten von Symbio verantwortlich sein.
Im Dezember 2025 hieß es in verschiedenen Medien, Symbio baue 350 von 530 Stellen ab. Eine offizielle neue Strategie von dem Unternehmen gibt es noch nicht. Das im Jahr 2025 aktuelle Produkt von Symbio war eine Brennstoffzelleneinheit mit einer Leistung von 40 kW, „mittelfristig“ sollte eine 75-kW-Einheit folgen. Für 2028 hatte Symbio neue Einheiten mit 150 beziehungsweise 300 kW für den Schwerlastverkehr angekündigt.