Sunfire und die BASF InfraService & Solutions Lausitz haben den Spatenstich für eine Testanlage zur grünen Wasserstofferzeugung gesetzt. Am Standort Schwarzheide will Sunfire seine leistungsstärkste Generation von Festoxid-Elektrolyseuren (Solid Oxide Electrolysis Cell, SOEC) im industriellen Umfeld erproben. Das Projekt soll den letzten Schritt vor der Umsetzung erster kommerzieller Anwendungen der neuen Produktgeneration darstellen.
Hohe Wirkungsgrade durch Abwärmenutzung
Die SOEC-Technologie arbeitet bei hohen Temperaturen und nutzt verfügbare industrielle Abwärme für die Wasserstoffproduktion. Nach Unternehmensangaben erreicht die dritte Generation der Sunfire-Elektrolyseure einen erwarteten Wirkungsgrad von bis zu 89 Prozent (LHV, AC). Ein Wirkungsgrad von 84 Prozent (LHV, AC) sei bereits 2022 im EU-finanzierten Projekt GrInHy2.0 mit der ersten Generation nachgewiesen worden. Die Technologie zielt darauf, die Gestehungskosten für grünen Wasserstoff und Synthesegas zu senken.
„Die SOEC-Technologie hat das Potenzial zur weiteren Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung der Industrie zu werden“, sagt Nils Aldag, CEO von Sunfire. „Als SOEC-Weltmarktführer gestalten wir diese Entwicklung maßgeblich mit. Mit der Testanlage am BASF-Standort Schwarzheide setzen wir unsere SOEC-Strategie konsequent um und treiben die Kommerzialisierung der Technologie weiter voran.“
Christian von Olshausen, CTO von Sunfire, ordnet das Vorhaben technisch ein: „Mit der Validierung unter realen Industriebedingungen schließen wir die letzten Schritte vor der Umsetzung erster kommerzieller Anwendungen ab.“ Sunfire baue auf Erfahrungen aus früheren industriellen Demonstrationsprojekten auf und wolle durch praxisnahe Langzeittests zusätzliche Erkenntnisse für die Skalierung gewinnen.
Standortvorteile in der Lausitz
Der Industriepark Lausitz in Schwarzheide wird von der BASF InfraService & Solutions Lausitz betrieben und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 900 Mitarbeiter. Er bietet Standortdienstleistungen und Infrastruktur für Unternehmen aus Chemie und Industrie. Nach Angaben des Betreibers gaben neben der Infrastruktur und dem industriellen Umfeld vor allem die Umsetzungsgeschwindigkeit den Ausschlag für die Ansiedlung.
„Mit Sunfire haben wir für den Zukunftsmarkt Wasserstoff einen echten Branchenprimus und internationalen Technologieführer für den Industriepark Lausitz gewonnen“, sagt Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF InfraService & Solutions Lausitz. Nach seinen Angaben konnten die Voraussetzungen für den Netzanschluss der Testanlage in kurzer Zeit geschaffen werden.
Sunfire setzt auf zwei Elektrolyse-Technologien
Sunfire mit Sitz in Dresden entwickelt und produziert industrielle Elektrolyseure sowohl auf Basis der Druck-Alkali-Technologie (AEL) als auch der Festoxid-Technologie (SOEC). Nach Unternehmensangaben kommen die Druck-Alkali-Elektrolyseure bereits in industriellen Großprojekten in Europa zum Einsatz. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 700 Mitarbeiter in Deutschland. Bei der SOEC-Entwicklung habe Sunfire eigenen Angaben zufolge weltweit die meisten industriellen Demonstrationsprojekte umgesetzt.