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Mobilität

RVK nimmt ersten Wasserstoff-Fahrschulbus Deutschlands in Betrieb

Die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) hat einen Fahrschulbus mit Wasserstoff-Brennstoffzelle in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens ist es der erste Fahrschulbus dieser Antriebsart bei einem Verkehrsunternehmen in Deutschland. Hintergrund ist die wachsende Wasserstoffflotte der RVK, die mit rund 160 Fahrzeugen im Linienbetrieb nach eigenen Angaben die größte in Europa ist.

Das Fahrzeug stammt aus einer Serie von fünf gebrauchten Bussen des Typs Solaris Urbino 12 Hydrogen. Fünf der insgesamt sechs beschafften Busse sollen in den Linienbetrieb gehen, einer wurde zum Fahrschulbus umgebaut. Neufahrzeuge seien angesichts der angespannten Marktlage nur mit langen Vorlaufzeiten erhältlich, teilt die RVK mit.

Umbau mit zusätzlichen Pedalen und Kamerasystem

Für den Einsatz als Schulungsfahrzeug wurde der Bus mit zusätzlichen Pedalen und einem Frontsitz für den Fahrlehrer ausgestattet. Ein System aus Kameras und Monitoren liefert dem Ausbilder Außenansichten bei Fahrmanövern. Auf zusätzliche Außenspiegel verzichtet die RVK bewusst. Die Auszubildenden sollen den Bus so kennenlernen, wie sie ihn später im Regelbetrieb fahren.

Neben dem Wasserstoff-Fahrschulbus betreibt die RVK zwei weitere Fahrschulbusse mit Dieselantrieb.

Andere Fahrdynamik, andere Fahrweise

Die RVK verweist auf mehrere Besonderheiten des Wasserstoffbusses, die in der Ausbildung vermittelt werden sollen. Antriebs- und Wasserstofftechnik – darunter Tank, Brennstoffzelle, Kühlanlage und Pufferbatterie – sind in einem Dachaufbau untergebracht. Aus Sicherheitsgründen sei dies notwendig, führe aber zu einem höher liegenden Schwerpunkt als bei Dieselbussen. Das wirke sich auf das Verhalten bei Kurvenfahrten und Bremsmanövern aus.

Auch die energieeffiziente Fahrweise unterscheide sich: Während bei Dieselbussen möglichst wenig gebremst werden sollte, um den Verbrauch beim Beschleunigen gering zu halten, wirkt sich der Einsatz des Bremspedals bei einem Wasserstoffbus laut RVK positiv auf den Treibstoffverbrauch aus. Der durch die Brennstoffzelle erzeugte Strom fließt in einen Elektromotor, der über Rekuperation Bremsenergie in die Pufferbatterie zurückspeist.

Erste Fahrprüfung bereits absolviert

„Mit dem zusätzlichen Bus für unsere Fahrschulflotte können wir unsere Ausbildungsaktivitäten verstärken und heben die Ausbildung der Fahrer zudem auf ein neues Level“, sagt Marcel Frank, Geschäftsführer der RVK. „Der Wasserstoffbus ermöglicht es unserem Fahrschulteam, die Ausbildung im Umgang mit alternativen Antrieben im öffentlichen Personennahverkehr voranzutreiben. Die RVK bleibt damit konsequent auf ihrem Zukunftskurs.“

Am 13. Oktober wurde laut RVK die erste Fahrprüfung mit dem neuen Fahrschulbus abgelegt. Der Prüfling habe bestanden und sei nun Teil des Fahrpersonals des Verkehrsunternehmens.