Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Daniel Keller hat das Pilotvorhaben H2BAR in der Region Uckermark-Barnim besichtigt. Das Projekt verbindet Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Energien, Logistik und Anwendung in Schienen- und Straßenfahrzeugen zu einer regionalen Wertschöpfungskette. „Heute sehen wir: Wasserstofftechnologien funktionieren und werden endlich im Alltag sichtbar", sagte Keller.
Sieben Brennstoffzellenzüge auf der Heidekrautbahn
Kern des Projekts ist die Umstellung der Heidekrautbahn (RB27) auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Triebzüge. Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) betreibt seit über einem Jahr sieben Wasserstoffzüge auf der Strecke.
NEB-Geschäftsführer Sebastian Achtermann sagte: „Mit unseren Partnern aus dem Projekt H2BAR ist es uns gelungen, die Attraktivität des Regionalverkehrs in der Region weiter zu steigern: moderne, leise Züge mit einer zeitgemäßen Ausstattung und als ‚Abgas' statt Feinstaub und CO2 lediglich Wasserdampf."
Acht Wasserstoff-Müllfahrzeuge bereits seit 2023 im Einsatz
Neben dem Schienenverkehr setzt das Projekt auf Sektorenkopplung im Straßenverkehr. Die Kreiswerke Barnim betreiben nach eigenen Angaben seit 2023 acht wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge.
Kreiswerke-Geschäftsführer Christian Mehnert erklärte, mit der Errichtung einer Wasserstofftankstelle in Bernau werde nun auch die Infrastruktur in der Region weiter ausgebaut. Auch die Barnimer Busgesellschaft stellt Busse sukzessive auf Wasserstoffbetrieb um.
116 Millionen Euro Gesamtinvestition
Der Wasserstoff für das Projekt soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen und regional erzeugt werden. Die Betankung erfolgt über eine in Basdorf errichtete Tankstelleninfrastruktur. Zudem werden Werkstätten für die Wartung der Fahrzeuge umgerüstet. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 116 Millionen Euro. Der Bund fördert das Vorhaben mit rund 25,3 Millionen Euro. Das Land Brandenburg kofinanziert über den Zukunftsinvestitionsfonds (ZIFoG) weitere rund 21,4 Millionen Euro.