Im vorigen Jahr sicherte sich ABO Energy die Flächen, nun steht der Kooperationsvertrag mit der Stadt Oulu im Norden Finnlands. Der Vertrag regelt die Zusammenarbeit bei Projektentwicklung, Raumplanung, Genehmigungsverfahren sowie bei den erforderlichen Untersuchungen und Studien.
Angaben zur Finalen Investitionsentscheidung machte ABO Wind bisher nicht. Diese soll nach Abschluss weiterer Entwicklungsarbeiten, technischer Bewertungen und wirtschaftlicher Analysen fallen. Parallel laufen die Arbeiten am Teilbebauungsplan für das vorgesehene Industriegebiet.
Ausbau in mehreren Phasen auf bis zu 600 MW geplant
Für das Vorhaben ist eine Fläche von bis zu 41 Hektar vorgesehen. Die Elektrolyseleistung soll nach Angaben von ABO Energy in zwei bis drei Entwicklungsphasen auf bis zu 600 MW steigen. Zusätzlich prüft das Unternehmen, nachgelagerte Anlagen zur Herstellung von synthetischem Methanol und nachhaltigem Flugkraftstoff (e-SAF) am Standort zu errichten. Damit ließe sich die Wertschöpfungskette am Standort ausbauen. Die bei der Elektrolyse entstehende Abwärme soll in das lokale Fernwärmenetz eingespeist werden.
„Die Entwicklung von grünen Wasserstoffprojekten erfordert die Kombination aus Infrastruktur, Erneuerbaren-Energien-Ressourcen und enger Zusammenarbeit mit lokalen Stakeholdern. Wir freuen uns darauf, das Potenzial dieses Projekts gemeinsam mit unseren Partnern weiter auszuloten“, sagt Amanda Cardwell, Head of Project Development bei ABO Energy Suomi, der finnischen Tochtergesellschaft von ABO Energy.
Oulu will Wasserstoff-Hub im Ostseeraum werden
Die Stadt Oulu will sich als nordischer Wasserstoffstandort zu etablieren. Sie hat nach eigenen Angaben die größte Projektpipeline zur Erzeugung von grünem Wasserstoff im Ostseeraum. Weitere Artikel zu den Projekten rund um Oulu gibt es hier auf HZwei.
„Unser Ziel ist es, die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette aufzubauen – von der Produktion über die Weiterverarbeitung bis hin zu Endanwendungen. Ich freue mich sehr, dass unsere langjährige Zusammenarbeit mit ABO Energy nun den nächsten wichtigen Schritt macht“, erklärt Ari Alatossava, Bürgermeister von Oulu.
Oulu hat günstige Strompreise, eine industrielle Basis und Forschungskompetenz. Die Region Oulu bezeichnet sich als das wichtigste Zentrum für die Erzeugung erneuerbarer Energien im Land. Die Universität Oulu gilt als eines der führenden Zentren für Wasserstoffforschung in Finnland.
Anbindung an geplantes finnisches Wasserstoffnetz
Auf nationaler Ebene arbeitet der Fernleitungsnetzbetreiber Gasgrid Finland an Plänen für ein Wasserstofftransportnetz, das zentrale Produktions- und Verbrauchsstandorte miteinander verbinden soll. Oulu verfügt zudem über einen internationalen Tiefwasserhafen, der Teil des europäischen TEN-T-Kernnetzes ist, sowie über Schienen- und Straßenverbindungen für internationale Lieferketten. Damit könnte der Standort sowohl den finnischen Markt bedienen als auch für den Export von Wasserstoff und Folgeprodukten genutzt werden.