Die Erneuerbare-Energien-Branche entwickelt sich in der Metropolregion Hamburg zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor. Das geht aus einer aktuellen Studie des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) hervor. Dabei handelt es sich um ein öffentlich-privates Branchennetzwerk mit mehr als 320 Unternehmen, Hochschulen und Institutionen aus der Erneuerbare-Energien-Branche sowie der Wasserstoffwirtschaft.
Nach einer konservativen Studien-Berechnung entfallen auf die Branche rund 31.000 Arbeitsplätze und 5,3 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. Zwischen 2010 und 2025 wuchs die Bruttowertschöpfung nach Angaben der Studienautoren jährlich um mehr als elf Prozent.
Erstellt wurde die Studie von einem Konsortium aus der Prognos AG und cruh21 – Part of Drees & Sommer. Die Autoren nutzten dabei einen Mixed-Method-Ansatz, um die Branche und ihre Teilbereiche zu analysieren.
Katharina Wilkskamp, Studienautorin bei der Prognos AG, ordnet die Ergebnisse ein: „Die Studie macht dabei deutlich, dass die Metropolregion Hamburg heute zu den dynamischsten Standorten der Energiewende in Deutschland gehört. Das zeigt sich nicht nur an Beschäftigung und Wertschöpfung, sondern auch an einer starken Forschungslandschaft, einer wachsenden Start-up-Szene und einer engen Vernetzung der Akteure.“
Hamburg kann international bedeutender H2-Hub werden
Die Studie kommt zudem zu dem Ergebnis, dass Hamburg und die Metropolregion für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft gut aufgestellt seien. Rund 50 Wasserstoffprojekte sind demnach in der Region angesiedelt. Wasserstoff und seine Derivate sollen nach Einschätzung der Autoren künftig unter anderem Industrie, Schifffahrt, Luftfahrt und Logistik mit klimaneutralen Energieträgern versorgen.
Martin Wilferth, Studienautor für den Wasserstoffbereich bei cruh21 – Part of Drees & Sommer, sieht in der Region Potenzial für eine internationale Rolle: „Mit etwa 50 Projekten verfügt die Metropolregion bereits heute über ein breit gefächertes und dynamisches Wasserstoff-Ökosystem. Hamburg hat das Potenzial, sich als bedeutender Knotenpunkt für Produktion, Import und Verteilung von Wasserstoff und wasserstoffbasierten Energieträgern in Nordeuropa zu etablieren. Der Hamburger Hafen spielt dabei eine Schlüsselrolle.“
Windenergie größter Teilbereich
Den größten Teilbereich bildet laut Studie die Windenergie mit rund 13.000 Arbeitsplätzen. Zusätzliche Dynamik verzeichnen die Autoren in den Bereichen intelligente Energiesysteme und -netze sowie Solar- und Bioenergie. Auch die Forschungs- und Innovationslandschaft mit einer wachsenden Start-up-Szene stufen sie als stark ein.
Für das Cluster EEHH bildet die Studie nach eigenen Angaben eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Strategie bis 2030. „Die dynamischen technologischen und preislichen Entwicklungen – beispielsweise im Bereich Batteriespeicher – verändern die Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft grundlegend“, sagt Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters EEHH. Die Studie helfe, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und Perspektiven für die weitere Entwicklung des Clusters abzuleiten.
Erneuerbare Energien und Wasserstoff als wichtiger Wirtschaftsfaktor
Auch die Hamburger Wirtschaftsbehörde bewertet die Ergebnisse positiv. „Die Energiewende ist längst auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gerade bei erneuerbaren Energien und Wasserstoff haben wir im Norden große Stärken entwickelt“, sagt Melanie Leonhard, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation. Diese Stärken wolle man nutzen, um Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern.
Über EEHH
Das Cluster EEHH bietet Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eine gemeinsame Plattform für den Wissensaustausch. Zu seinen Mitgliedern zählen Anlagenhersteller, Projektentwickler, Energieversorger, Netzbetreiber, Forschungseinrichtungen, Logistiker, Finanzdienstleister sowie Rechtsanwaltskanzleien. Inhaltliche Schwerpunkte sind On- und Offshore-Wind, Solar, erneuerbare Wärme, Sektorenkopplung, Batteriespeicher und grüner Wasserstoff.
Zur Studie: https://www.erneuerbare-energien-hamburg.de/de/service/downloads.html
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