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International

Region Basel will mit Wasserstoffstrategie zur europäischen Drehscheibe werden

Die beiden Basler Kantone wollen grünen Wasserstoff gezielt dort einsetzen, wo eine direkte Elektrifizierung an physikalische, technische oder wirtschaftliche Grenzen stößt. Die Strategie nennt als Schwerpunkte industrielle Hochtemperaturprozesse über 150 °C, den Straßenschwerverkehr, die Binnenschifffahrt auf dem Rhein sowie klimaneutrale Notstromversorgung für Krankenhäuser, Rechenzentren und sicherheitskritische Infrastrukturen. Perspektivisch sollen auch synthetische Treibstoffe als Wasserstoffderivate im Luftverkehr zum Einsatz kommen.

Technologieoffene Anreize und schnellere Genehmigungen gefordert

Die Strategie fordert eine Reform der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) zugunsten aller erneuerbaren Antriebe – batterieelektrisch, per Brennstoffzelle und per Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Fossile Energieträger sollen unter Einbezug von CO₂-Kosten ihre tatsächlichen volkswirtschaftlichen Kosten tragen. Darüber hinaus sehen die Kantone verbindliche Herkunftsnachweise für erneuerbaren Wasserstoff, effizientere Bewilligungsverfahren und sogenannte Multi-Energy-Hub-Ansätze vor, die Investitionsrisiken senken und eine schrittweise Skalierung ermöglichen sollen.

Anbindung an europäisches Wasserstoff-Backbone

Die Region Basel verfügt nach Angaben der Verfasser über besondere strukturelle Voraussetzungen: eine starke Industrie, trimodale Logistik über Rhein, Schiene und Straße sowie bestehende Tank- und Speicherinfrastrukturen. Über die geplante Anbindung an das europäische Wasserstoff-Backbone (EHB) soll die Region Zugang zu großskaligen Importen von erneuerbarem Wasserstoff erhalten. Diese Importe sollen mittelfristig günstigere Preise als eine rein regionale Produktion ermöglichen.

Projekt Birsfelden soll Bundesförderung erhalten

Als Schlüsselprojekt benennt die Strategie einen geplanten Wasserstoffstandort in Birsfelden. Dort soll ein integrierter Produktions-, Verteil- und Anwendungsstandort entstehen. Die Kantone fordern eine Förderung des Projekts durch den Bund im Rahmen des Klima- und Innovationsgesetzes (KlG). Die Strategie ist laut Mitteilung eng mit der Wasserstoffstrategie des Bundes abgestimmt. Herausgeber ist der H2-Hub Schweiz bei der Handelskammer beider Basel.