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International

Finnland: EU-Vorgaben und biogenes CO₂ fördern E-Fuel-Wirtschaft

Finnland positioniert sich als künftiger Schlüsselstandort für die industrielle Produktion synthetischer Kraftstoffe in Europa. Nach Angaben der staatlichen Wirtschaftsförderung Business Finland verfügt das Land bereits heute über ausreichend CO₂-neutralen Strom, um bis zu 100 E-Fuel-Anlagen zu betreiben. Grundlage ist ein geplanter Ausbau der klimaneutralen Stromerzeugung um 70 Prozent bis 2030 auf 140 Terawattstunden (TWh).

Ein zentraler Standortvorteil sind die niedrigen Strompreise. Diese machen die energieintensive Herstellung synthetischer Kraftstoffe wirtschaftlich attraktiv. Zusätzlich steht biogenes CO₂ aus der nachhaltig bewirtschafteten Forstwirtschaft als Rohstoff zur Verfügung. „Für die E-Fuel-Produktion wird kein einziger Baum zusätzlich gefällt. Wir nutzen ausschließlich Nebenströme, die ohnehin anfallen“, sagt Juha Peltomäki, Head of Industry, Bio & Circular bei Business Finland.

Die geplanten E-Fuel-Anlagen sollen unter anderem E-Kerosin, E-Methanol und E-Methan produzieren. Projekte internationaler Unternehmen wie Norsk e-Fuel, Verso Energy, Liquid Wind, TES und CPC Finland befinden sich in der Planung. Die Entwicklung wird durch Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie dem finnischen VTT und Technologiepartnern wie dem deutschen Unternehmen Ineratec unterstützt.

EU schreibt steigende Quoten für nachhhaltige Flug- und Schiffskraftstoffe vor

Ein zusätzlicher Impuls kommt von der EU. Die Verordnungen ReFuelEU Aviation und FuelEU Maritime schreiben steigende Quoten für nachhaltige Flug- und Schiffskraftstoffe vor. So soll der Anteil synthetischer Kraftstoffe in der Luftfahrt bis 2050 auf 35 Prozent steigen.

Auch im Straßenverkehr setzt Finnland auf synthetische Kraftstoffe. Bis 2030 sollen vier Prozent der an Tankstellen abgegebenen Kraftstoffe aus erneuerbaren, nicht-biogenen Quellen stammen. Damit schafft das Land einen stabilen Heimatmarkt und erhöht die Investitionssicherheit für Unternehmen.

Finnland verfolgt das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden. Die Förderung der E-Fuel-Wirtschaft ist Teil dieser Strategie. „Mit einer Fülle an Ressourcen, dem politischen Engagement und einer offenen Haltung gegenüber internationalen Partnerschaften sind wir optimal positioniert, um Europas Energiewende gemeinsam mit unseren Partnern entscheidend voranzutreiben“, sagt Peltomäki.

Die Stadt Oulu entwickelt in ihrem Hafen ein mehrere hundert Hektar großes Wasserstoff-Industriegebiet. Die Abbildung zeigt die erste Phase des dreistufigen Projekts, dessen Fertigstellung für 2030 geplant ist. 

City of Oulu)

Die Stadt Oulu entwickelt in ihrem Hafen ein mehrere hundert Hektar großes Wasserstoff-Industriegebiet. Die Abbildung zeigt die erste Phase des dreistufigen Projekts, dessen Fertigstellung für 2030 geplant ist.