Delta Electronics hat eine Partnerschaft mit Modecund Eld Energy geschlossen, um ein Festoxid-Brennstoffzellensystem (Solid Oxide Fuel Cell, SOFC) für den Einsatz auf einer Floating Production, Storage and Offloading-Plattform (FPSO) zu entwickeln. Ein FPSO ist eine schwimmende Plattform, die typischerweise in der Offshore-Ölförderung eingesetzt wird. Die übliche Leistung liegt im zwei- bis dreistelligen Megawattbereich. Ziel der Partner ist zunächst ein Pilotprojekt mit einem 120-kW-SOFC-System bis 2027. Die Vereinbarung wurde am Standort Tainan Plant 2 von Delta unterzeichnet.
Im Rahmen der Kooperation liefert Delta die Festoxid-Stacks, Power-Conditioning-Systeme (PCS) und Konverter für das integrierte SOFC-System von Eld Energy. Die Technologie soll erstmals auf einer FPSO-Anlage eingesetzt werden und eine stabile, emissionsarme Stromversorgung im Offshore-Bereich ermöglichen. „Mit dieser Zusammenarbeit wollen wir eine umfassende Wasserstofflösung – von Stacks und Brennstoffzellen bis zu Energiemanagementsystemen – auf eine neu gebaute FPSO bringen“, sagte Charles Tsai, General Manager der Wasserstoffsparte von Delta.
Koichi Matsumiya, CTO von MODEC, betonte: „Diese gemeinsame Wasserstoff-Forschung soll eine stabile Offshore-Stromversorgung bei gleichzeitiger Emissionsreduktion ermöglichen.“
Hans Fredrik Lindøen-Kjellnes, CEO von Eld Energy, erklärte: „Dieses Projekt validiert die Serienfertigung und Machbarkeit von SOFC-Systemen und beschleunigt die Dekarbonisierung der maritimen Industrie.“
Fertigung der Brennstoffzellen-Systeme für die Offshore-Anwendung soll noch 2026 beginnen
Delta plant, die Serienproduktion seiner Festoxid-Stacks und Brennstoffzellen bis Ende 2026 aufzunehmen. Die SOFC-Systeme erreichen laut Unternehmensangaben über 60 Prozent elektrische Effizienz, rechne man die Wärmerückgewinnung ein, komme man auf bis zu 85 Prozent. Die Randbedingungen nennt Delta aber nicht. Grundsätzlich liegt ein Vorteil von SOFC-Systemen darin, dass man sie mit unterschiedlichen Brennstoffen betreiben kann. Der Einsatz von Erdgas ist für die Versorgung solcher Offshoreenergiesysteme naheliegend und bisher üblich. Ob nun aus dem Erdgas Wasserstoff gewonnen werden soll und wie das die Gesamteffizienz und -emissionen beinflusst, bleibt in der Pressemitteilung offen.
Neben maritimen Anwendungen sind die neuen Brennstoffzellen-Lösungen auch für energieintensive Industrien wie Rechenzentren, Halbleiterfertigung und Mikrogrids vorgesehen.
Delta ist ein weltweit tätiger Anbieter von Stromversorgungslösungen und Automatisierungstechnik mit Sitz in Taiwan. Das Unternehmen investiert seit mehreren Jahren in Wasserstofftechnologien, insbesondere in SOFC- und Festoxid-Elektrolysezellen (SOEC).