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Infrastruktur

H2-Kernnetz: Lausitz muss weiter auf „Wasserstoffbanane“ warten

Dem am 1. Juni vorgelegte zweite Entwurf des Netzentwicklungsplanes (NEP) liegt wiederum ein sogenannter Szenariorahmen zugrunde, den Fernleitungsnetzbetreibern und regulierte Wasserstofftransportnetzbetreiber erstellt haben. Vom 25. Juni bis 10 Juli läuft die Konsultationsphase, während der Stellungnahmen eingereicht werden können.

In diesem Zuge melden sich auch die IHK Cottbus und das Wasserstoffnetzwerk Lausitz DurcH2atmen zu Wort. Jens Krause, Generalmanager IHK Cottbus und Sprecher von DurcH2atmen, sagt: Leider wird auch der jetzt durch die Bundesnetzagentur veröffentlichte 2. Entwurf des Netzentwicklungsplanes Gas/Wasserstoff den Erwartungen der Lausitzer Wirtschaft nicht gerecht.“ Dabei geht es um die „Wasserstoffbanane“, eine Leitung zur Anbindung der Kraftwerksstandorte Jänschwalde, Schwarze Pumpe und Boxberg, über die sich die Entscheidung hinzieht.

Der H2-Kernnetzanschluss für den Industriepark Schwarze Pumpe bis Spreetal ist laut dem aktuellen NEP-Entwruf zum Jahr 2034 vorgesehen. Ein plan- und bauausführender Vorhabenträgers für die Lausitzer Wasserstoffbanane fehlt allerdings.

Unklar sei der Anschluss der Kraftwerksstandorte. Dahinter liegt eine ganze Kette von Voraussetzungen. Damit die Lausitz eine Pipeline im Rahmen des Kernnetzes erhält, müsste dort mindestens ein wasserstofffähiges Kraftwerk gebaut werden, so die IHK Cottbus. Doch das Versorgungssicherheitsgesetz, das die Grundlage für ebendiese Kraftwerke ist, ist vom Bundestag noch gar nicht beschlossen. Erst wenn das Gesetz vorliegt, kann sich die Lausitz Energie Kraftwerke AG (LEAG) um den bau eines solchen Kraftwerkes bewerben und dann einen Zuschlag erhalten.

Neu aufgetaucht seien im NEP zwei Projekte für  Großelektrolyseuren mit je 1 GW elektrischer Leistungsaufnahme genannt. Pläne für die Herstellung von E-Fues, genau genommen Kerosin, gibt es in der Lausitz bereits seit 2020.

Unterm Strich nennt die IHK die Situation „sehr unbefriedigend“ für die Lausitz. Man brauche weitere Ansätze und könne nicht allein den Netzentwicklungsplan verfolgen.