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Industrie

VDMA fordert bessere statt weniger Klimaschutzmaßnahmen

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat sich in der aktuellen Debatte um die deutschen und europäischen Klimaziele gegen eine Verschiebung oder Abschwächung ausgesprochen. Anlass ist die zurückliegende Hitzewelle in Deutschland und Europa. „Wir brauchen nicht weniger, sondern bessere Klimaschutzmaßnahmen“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann in einem Pressestatement. Eine Debatte um die Aufweichung oder Verschiebung der Klimaziele führe in die falsche Richtung.

Brodtmann verweist auf die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Hitzewelle. Diese zeige, wie wichtig es sei, den Klimaschutz mit modernen Technologien voranzutreiben. Nach Angaben des Verbandes ließen sich mit Technologien aus dem Maschinen- und Anlagenbau die globalen Treibhausgasemissionen um bis zu 86 Prozent verringern. Für den industriellen Mittelstand sieht der VDMA hier globale Wachstumschancen.

Power-to-X und Wasserstoff als wichtige Bausteine

Eine hervorgehobene Rolle spielt dabei Power-to-X. Nach Angaben des VDMA werden mit dieser Technologie aus erneuerbarem Strom Wasserstoff oder andere klimafreundliche Energieträger erzeugt. Diese könnten fossile Energien direkt ersetzen und den Ausstoß von Treibhausgasen verringern. Ergänzend nennt der Verband moderne Energieerzeugungsanlagen sowie Netz-, Speicher- und Sektorkopplungstechnologien als Beitrag zur Transformation hin zu einem klimaneutralen Energiesystem.

Forderung nach überarbeiteter Forschungsförderung

Um die benötigten Technologien schneller in den Markt bringen zu können, müsse die staatliche Forschungsförderung überarbeitet werden, so Brodtmann. „Das Ziel muss lauten, diese Förderung so breitenwirksam aufzustellen und auszustatten, dass Technologie einen noch größeren Resilienz-Beitrag leisten kann.“ Der Verband nennt in seinem Statement mehrere Technologiefelder, in denen der Maschinen- und Anlagenbau nach eigener Darstellung schon Lösungen bereitstellt.

Weitere Technologiefelder für Klimaschutz

Neben dem Energiesektor führt der VDMA weitere Anwendungsbereiche an. In der Landtechnik trügen GPS-Steuerung, Sensorik und KI-gestützte Applikationen dazu bei, den Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmitteln, Saatgut und Kraftstoff präziser zu dosieren. In der Gebäudetechnik senke moderne Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik den Energieverbrauch durch effiziente Systeme, Wärmerückgewinnung und intelligente Regelung. Moderne Armaturen und Brausen könnten den Wasserverbrauch nach Verbandsangaben um die Hälfte reduzieren, was auch den Energieverbrauch für Warmwasser und damit den CO₂-Fußabdruck im Gebäudesektor senke.

Effizienzpotenziale bei Pumpen

Beim Betrieb von Pumpen und Pumpensystemen ließen sich laut VDMA EU-weit jährlich rund 30 Terrawattstunden an elektrischer Energie einsparen – vorausgesetzt, es werde ein erweiterter Produktansatz zugrunde gelegt. Hier sieht der Verband die EU-Kommission in der Pflicht, die entsprechenden Rahmenbedingungen rasch umzusetzen.

Hintergrund zum Verband

Der VDMA vertritt nach eigenen Angaben rund 3.500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Branche beschäftigt rund drei Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen in Deutschland. Das Umsatzvolumen in der Europäischen Union beziffert der Verband auf rund 900 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen demnach aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.

Thilo Brodtmann, VDMA-Hauptgeschäftsführer

VDMA

Thilo Brodtmann, VDMA-Hauptgeschäftsführer