Der schwedische Elektrolyseur-Anbieter Metacon hat ein neues alkalisches Elektrolysemodul mit einer Leistung von 20 MW vorgestellt. Das Modul ist in kompakter, mehrgeschossiger Stahlrahmenbauweise ausgeführt. Es soll den Aufbau großer Wasserstoffproduktionsanlagen nach Unternehmensangaben kosteneffizienter machen.
Elektrolyse-Stacks unten, Gasaufbereitung oben
Die Elektrolyse-Stacks befinden sich bei dem neuen Modul auf der unteren Ebene. Darüber sind die Anlagen zur Gasaufbereitung sowie die Kühleinheiten angeordnet. Nach Angaben von Metacon berücksichtigt die Konstruktion die Sicherheitsanforderungen und ermöglicht den Zugang für Betrieb und Wartung. Die Anordnung verringere den Flächenbedarf und verkürze die Verbindungen für Prozesse, Versorgungsmedien und Elektrik.
Das 20-MW-Modul basiert auf denselben modularen Prinzipien wie das bereits verfügbare 10-MW-Modul des Unternehmens. Die Einheiten können einzeln oder parallel installiert werden, um die Anlagenkapazität zu erhöhen. Das wiederholbare Design soll Transport, Installation und spätere Erweiterungen vereinfachen und den Montageaufwand vor Ort verringern.
Einsparungen bei Stahl, Rohrleitungen und Flächenbedarf
Im Vergleich zu einer herkömmlichen Installation in einem Gebäude lassen sich laut Metacon die Kosten für die Stahlkonstruktion um bis zu 30 Prozent reduzieren. Bei Rohrleitungsmaterial, Isolierung, Rohrhalterungen und zugehörigen Komponenten seien Einsparungen von bis zu 50 Prozent möglich. Weitere Kosten, die mit der benötigten Aufstellfläche zusammenhängen, könnten um bis zu 70 Prozent sinken. Die tatsächlichen Einsparungen hingen von den Standortbedingungen, dem Projektumfang und der endgültigen Auslegung ab, schränkt das Unternehmen ein.
Ein zentraler Punkt aus Sicht des Herstellers: Durch die Bauweise könne ein Fabrikgebäude für das Wasserstofferzeugungssystem vollständig entfallen. Das ermögliche auf Systemebene Einsparungen. Mit zunehmender Größe industrieller Wasserstoffanlagen gewinne die benötigte Fläche pro Megawatt installierter Leistung an Bedeutung, da sie sich unmittelbar auf Kosten für Bau, Materialien und Einbindung in den Standort auswirke. „Die wiederholbare Verwendung zentraler Komponenten senkt die Kosten und steigert die Gesamtqualität“, sagt Christer Wikner, President und CEO von Metacon.
Entwicklung gemeinsam mit Peric Hydrogen Technologies aus China
Metacon mit Sitz in Schweden ist an der Nasdaq First North Growth Market in Stockholm notiert. Das Unternehmen ist in zwei Geschäftsbereichen aktiv: Elektrolyse und Reformierung. Die alkalischen Druckelektrolyseure entwickelt Metacon gemeinsam mit Peric Hydrogen Technologies im chinesischen Handan. Peric zählt nach Angaben von Metacon zu den weltweit führenden Anbietern alkalischer Druckelektrolyse. In der Wasserstoffreformierung setzt das Unternehmen auf eine eigene, patentierte katalytische Reaktortechnologie namens Hiwar. Damit lässt sich Wasserstoff aus Biogas, Biomethan, Bioethanol oder grünem Ammoniak erzeugen – ohne Anschluss an das Stromnetz.