Die Dilo Hydrogen GmbH hat im bayerischen Babenhausen einen modularen Prüfcontainer für Wasserstoff-Anwendungen in Betrieb genommen. Entwickelt und geliefert hat den Container der Sondermaschinenbauer Sonplas aus Straubing. Im Fokus stehen bei Dilo Hydrogen nicht die Primärprozesse der Erzeugung, sondern die technische Peripherie: Systeme für Befüllung, Inbetriebnahme und Wartung von H2-Systemen, Messung und Aufbereitung. „Gerade in diesen Bereichen sind sichere Handhabung, reproduzierbare Abläufe und hohe Qualitätsstandards entscheidend“, erläutert Ulrike Garanin, Geschäftsführerin der Dilo Hydrogen.
Außenaufstellung vereinfacht Sicherheitsvorkehrungen
Der Prüfcontainer steht auf einem abgeschlossenen Betriebsgelände. Das erspart umfangreichere Umrüstungen, die bei einem vergleichbaren Prüfstand in einem Gebäude nötig gewesen wären, etwa ATEX-Zonen, Lüftungs- und Druckentlastungskonzepte sowie bauliche Maßnahmen.
Das Sicherheitskonzept ist mehrstufig aufgebaut. Eine Wasserstoff- und Sauerstoffsensorik überwacht permanent die Atmosphäre im Container. Ein Lüftungssystem mit hoher Luftwechselrate soll verhindern, dass sich kritische Konzentrationen bilden. Eine zweistufige Alarmierung mit Vor- und Hauptalarm ermöglicht abgestufte Reaktionen. Ergänzt wird das Konzept durch ein ATEX-gerechtes Design sowie durch abgestimmte Druckentlastungs-, Blitz- und Brandschutzsysteme. Im Prüf- oder Störfall soll das Schutz- und Lüftungssystem Wasserstoff gezielt an die Atmosphäre abführen.
Schlüsselfertige Lieferung, integrierte Datenerfassung
Sonplas lieferte den Container als weitgehend schlüsselfertiges Modul. Vor Ort mussten die Techniker die Medienanschlüsse einrichten und das externe Gasflaschenlager anbinden. Parallel erfolgten die Inbetriebnahme und Freigabe der sicherheitsrelevanten Sensorik durch die jeweiligen Hersteller.
Die Datenerfassung erfolgt nicht containerseitig, sondern ist vollständig in die automatisierten Prüfstände von Dilo Hydrogen integriert, die per Fernzugriff betrieben werden. Mess- und Prüfergebnisse werden direkt in das Dilo-Netzwerk übertragen und zentral dokumentiert.
Prüfcontainer kann mit Anforderungen wachsen – oder umziehen
Zunächst dient der Prüfcontainer den Entwicklungen von Dilo Hydrogen. Perspektivisch soll er auch externen Partnern angeboten werden. Derzeit stehen laut Unternehmen unter anderem eine H2-Spüllösung für Verbrennungsmotoren und eine mobile Wasserstoff-Befüllstation im Fokus. Tanksysteme werden nicht als eigenständige Komponenten geprüft, fließen aber als Teil größerer Gesamtsysteme in die Tests ein.
Der Container lässt sich bei Bedarf versetzen, erweitern oder um zusätzliche Module ergänzen. Sowohl die Wasserstoffanschlüsse als auch die Innenraumgestaltung seien auf steigende Anforderungen ausgelegt.
Dilo Hydrogen ist eine Tochtergesellschaft der Dilo Armaturen und Anlagen GmbH. Das Unternehmen bündelt unter der Marke Dilo Hydrogen die Aktivitäten entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Zusammengefunden hatten die beiden Unternehmen unter anderem über das Wasserstoffbündnis Bayern, in dem beide Mitglied sind. Sonplas betreibt selbst ein Wasserstofftestzentrum und verfügt nach eigenen Angaben über Erfahrung in der Herstellung komplexer Prüflabor-Infrastrukturen.