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Materialprüfung

Reiner Wasserstoff bei 1.650 Grad: Britisches Prüfinstitut nimmt Teststand in Betrieb

Das Materials Processing Institute (MPI) hat eine Wasserstoff-Testanlage in Betrieb genommen, die in einer hundertprozentigen Wasserstoffumgebung bei Temperaturen von bis zu 1.650 °C arbeiten kann. Die Anlage entstand durch den Umbau bestehender Infrastruktur. Im Zuge der Inbetriebnahme führte das Institut eine Hazard-and-Operability-Studie (Hazop) durch und implementierte Sicherheits- und Betriebskontrollen.

Materialverträglichkeit und Wasserstoffversprödung im Fokus

Die Anlage soll ein breites Spektrum an Anwendungen abdecken. Dazu zählen Untersuchungen zur Materialverträglichkeit und -degradation, etwa zu Wasserstoffversprödung und Oxidation. Auch die Validierung und Qualifizierung von Komponenten für den Wasserstoffeinsatz sowie Forschung und Versuche für wasserstoffbasierte Prozesse gehören zum Einsatzbereich. Hichem Hakka, Leiter des Bereichs Energie und Prozessdekarbonisierung beim MPI, sagt: „Mit unserer Fähigkeit, unter hundertprozentigem Wasserstoff bei hohen Temperaturen zu testen, gehen wir eines der zentralen Hindernisse für die Einführung an – nämlich das Verständnis, wie sich Materialien und Komponenten unter realen Betriebsbedingungen verhalten."

Finanzierung über das Prism-Programm

Die Testanlage wurde im Rahmen des Prism-Programms für Forschung und Innovation realisiert, das von Innovate UK finanziert wird. Laut Hakka soll die Anlage Anlagenbetreibern, Erstausrüstern, Geräteherstellern und Werkstoffentwicklern die nötigen Nachweise liefern, um den Übergang zu wasserstoffbasierten Prozessen abzusichern. Tests unter realen Wasserstoffbedingungen sollen Einsatzrisiken verringern und die Entwicklung wasserstofftauglicher Technologien beschleunigen.

Das MPI ist ein britisches Forschungsinstitut, das sich auf Werkstoffforschung, Prozessverbesserung und industrielle Dekarbonisierung spezialisiert hat. Es verfügt über Labore, Werkstätten sowie Pilot- und Demonstrationsanlagen.

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