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GreenMat4H2

Fraunhofer präsentiert neue Prüfmethoden für H2-Pipelines

Auf der Hydrogen Technology World Expo vom 20. bis 22. Oktober 2026 in Hamburg präsentiert das Fraunhofer-Leistungszentrum Wasserstoff Hessen GreenMat4H2 am Stand 6B25 der Landesagentur Hessen zwei anwendungsnahe Entwicklungen.

Im Zentrum stehen die Ertüchtigung bestehender Gasnetze für den Wasserstofftransport sowie die Nutzung kohlenwasserstoffhaltiger Reststoffe als Rohstoffquelle. Beteiligt sind das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) sowie die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS).

Prüfmethoden für beschichtete Hochdruck-Pipelines

Das Fraunhofer LBF entwickelt gemeinsam mit Industriepartnern Prüfverfahren für Werkstoffe, Komponenten und Systeme, die im Wasserstofftransport zum Einsatz kommen. Auf der Messe zeigt das Institut einen realen Pipelineausschnitt. Er veranschaulicht, wie Innenbeschichtungen die Stahlrohrwand schützen und welche Nachweise für den Langzeitbetrieb erforderlich sind.

Die Umrüstung jahrzehntealter Fernleitungen auf Wasserstoff stellt nach Angaben des Instituts hohe Anforderungen an metallische Werkstoffe und Schutzsysteme. Betriebsdrücke von 100 bar und mehr sowie hohe Gasflussgeschwindigkeiten können die Rohrwerkstoffe zusätzlich beanspruchen und Wasserstoffversprödung begünstigen.

Dünne Innenbeschichtungen sollen den direkten Kontakt zwischen Wasserstoff und Stahl reduzieren. Das Fraunhofer LBF entwickelt Methoden, um Haftung, Beständigkeit und Lebensdauer dieser Beschichtungen unter realitätsnahen Belastungen zu bewerten. Damit sollen belastbare Grundlagen für Investitionsentscheidungen und längere Nutzungsdauern entstehen.

Mikrowellenreaktor wandelt Reststoffe in Wasserstoff

Das Fraunhofer IWKS präsentiert das Modell eines kompakten Reaktors für die mikrowellenbasierte Plasmapyrolyse. Das Verfahren zersetzt feste, flüssige oder gasförmige kohlenwasserstoffhaltige Einsatzstoffe mithilfe eines hochreaktiven Mikrowellenplasmas. Eine aufwendige Vorbehandlung ist laut Institut nicht erforderlich. Bei Nutzung erneuerbarer Energie setzt der Prozess während der Umwandlung kein CO₂ direkt frei.

Im Reaktor entstehen Wasserstoff, Synthesegase und Kohlenstoffmaterial, das sich energetisch oder stofflich weiterverwenden lässt. Der modulare Prozess kann nach Angaben des IWKS flexibel auf unterschiedliche Reststoffströme und verfügbare erneuerbare Energie reagieren. Das Verfahren soll Wasserstofferzeugung, Abfallverwertung und zirkuläre Wertschöpfung verbinden.

Das macht das Leistungszentrum GreenMat4H2

Im Leistungszentrum Wasserstoff Hessen GreenMat4H2 bündeln das Fraunhofer LBF und das Fraunhofer IWKS ihre Kompetenzen für eine nachhaltige und sichere Wasserstoffwirtschaft. Berücksichtigt wird der gesamte Lebenszyklus von Produkten und Systemen – von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis zur Nutzung und Wiederverwertung.

Das Fraunhofer LBF fokussiert dabei auf Zuverlässigkeit und Betriebsfestigkeit von wasserstoffbeaufschlagten Systemen, das Fraunhofer IWKS auf Zirkularität und Rezyklierbarkeit von Komponenten. Das Zentrum versteht sich als Kompetenzzentrum und Austauschplattform für Akteure der Wasserstoffwirtschaft im Rhein-Main-Gebiet.