Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search
Politik und Recht

Ostdeutsche Wasserstoff-Initiative IWO wirbt in Brüssel für bessere Investitionsbedingungen

Die Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO) hat ostdeutsche Wasserstoffprojekte auf die europäische Bühne gebracht. Beim IWO Policy Dialogue am 1. Juli 2026 kamen in Brüssel Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, der ostdeutschen Bundesländer sowie aus Industrie und Verwaltung zusammen. Ziel war es, die Perspektiven der Region in die europäische Regulierungsdebatte einzubringen.

„Ostdeutschland verfügt über starke Wasserstoffprojekte, industrielle Kompetenz und hervorragende Voraussetzungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft“, sagte Dominik Härle, Geschäftsführer der IWO. Mit dem Policy Dialogue habe man den Austausch mit den europäischen Entscheidungsträgern gestärkt.

EU-Kommission hat Überarbeitung der starren RFNBO-Kriterien bereits angekündigt

Im Panel diskutierten Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalts, die Europaabgeordnete Hildegard Bentele, Jorgo Chatzimarkakis, Chief Executive Officer von Hydrogen Europe, und Härle über die Auswirkungen europäischer Regulierungen auf Investitionen.

Die Panelisten waren sich einig, dass die aktuellen Vorgaben für erneuerbaren Wasserstoff (Renewable Fuels of Non-Biological Origin, RFNBO) den Markthochlauf erschweren. Insbesondere die Anforderungen an Zusätzlichkeit und zeitliche Korrelation seien in ihrer heutigen Ausgestaltung zu starr. Dadurch gerate die Wasserstoffproduktion gegenüber anderen Anwendungen ins Hintertreffen. Die von der Europäischen Kommission angekündigte Überarbeitung der Regelungen begrüßten die Teilnehmer als wichtigen Schritt.

Wer zahlt für den Aufbau der europäischen Wasserstoffnetze?

Als weiteren Schwerpunkt nannten die Diskutanten den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur. Die Finanzierung des europäischen Netzausbaus müsse zeitnah geklärt werden. Entsprechend große Bedeutung maßen die Teilnehmer dem angekündigten europäischen Grids Package bei. Förderinstrumente wie die IPCEI-Projekte setzten aus ihrer Sicht wichtige Impulse für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft.

Die IWO ist die gemeinsame Plattform der sechs ostdeutschen Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Bund unterstützt die Initiative als Netzwerkmitglied.

Projekte aus sechs Bundesländern vorgestellt

Vertreterinnen und Vertreter aus allen sechs ostdeutschen Bundesländern stellten zudem Projekte entlang der Wertschöpfungskette vor. Die Gasag präsentierte den Aufbau des Berliner Wasserstoff-Startnetzes. Enertrag zeigte für Brandenburg Vorhaben zur Produktion erneuerbaren Wasserstoffs und nachhaltiger Kraftstoffe. H2Apex stellte die Entwicklung Lubmins zu einem Wasserstoffstandort in Mecklenburg-Vorpommern vor. Ontras präsentierte das H2-Startnetz in Sachsen. VNG zeigte den Energiepark Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt, ein Elektrolyseprojekt, das nach Unternehmensangaben kurz vor der Inbetriebnahme steht. Für Thüringen stellte TH2ECO Perspektiven für ein regionales Wasserstoffökosystem vor.