Springe zum Hauptinhalt Skip to main navigation Skip to site search
H2-Infrastruktur

Zahl der öffentlich zugänglichen Wasserstofftankstellen sinkt auf rund 50

In 2025 wurden laut öffentlichen Standortinformationen insgesamt 42 öffentliche Wasserstofftankstellen in Deutschland geschlossen. Eine Station in Siegen wurde inzwischen unter neuem Betreiber wiedereröffnet. Damit verbleiben netto 41 Schließungen. Das bundesweite Netz ist damit von ursprünglich rund 90 auf etwa 50 Standorte geschrumpft.

Betroffen sind auch Stationen, die eine 350-bar-Betankung für Nutzfahrzeuge angeboten hatten oder dafür ausgerüstet werden konnten. Die Initiative „Stoppt den Rückbau der Wasserstofftankstellen – Erhalt der H₂-Infrastruktur in Deutschland“ warnt vor den Folgen für Nutzerinnen und Nutzer.

Versorgungslücken erschweren Alltag und Erprobung

Die Initiative berichtet von zahlreichen Rückmeldungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Demnach wird die Nutzung von Wasserstofffahrzeugen durch die Schließungen erheblich erschwert. Betankung sei vielerorts nur noch mit erheblichen Umwegen möglich. Einzelne Nutzer berichten von einer durchgehenden Versorgungslücke auf der Nord-Süd-Achse zwischen Hamburg und Gießen – auf einer Strecke von über 400 Kilometern sei derzeit keine öffentlich zugängliche Wasserstofftankstelle in Betrieb.

Auch Unternehmen sind betroffen. Hartmut Schimmel von der FES Fahrzeug-Entwicklung Sachsen erklärt: „Der Wegfall der Tankstellen zum 31.12.2025 trifft uns sehr, weil wir mit der Erprobung unseres kleinserientauglichen Brennstoffzellen-Lkw FEScell 180/280/120 dadurch zusätzlich eingeschränkt sind und außerdem potenzielle Kunden in diesen Gebieten mangels Tankstelle ausfallen.“

Kritik an Kommunikation und fehlender Planbarkeit

Neben den praktischen Einschränkungen kritisieren Nutzerinnen und Nutzer auch die Kommunikation rund um die Schließungen. In mehreren Zuschriften sei von mangelnder Transparenz und unbeantworteten Nachfragen die Rede, so die Initiative.

Die Initiative sieht in der Entwicklung ein widersprüchliches Signal: Während Bund und EU Milliarden in den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft investieren, werde ausgerechnet die nutzernahe Infrastruktur im Verkehr zurückgebaut. Tankstellen seien jedoch die Schnittstelle zwischen Strategie und Alltag.

Forderung nach Übergangslösungen und Reaktivierungen

Die Initiative fordert daher Übergangslösungen und die Prüfung von Reaktivierungen geschlossener Standorte. Ziel sei eine verlässliche, nutzerorientierte Infrastruktur, die den Markthochlauf unterstützt. Die Initiative betont dabei ihre technologieoffene Haltung. Es gehe nicht um die Bevorzugung eines bestimmten Antriebs, sondern um Planbarkeit für alle, die sich für klimafreundliche Mobilität entschieden haben.

Tags