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H2-Importe

Fraunhofer ISE will Dimethylether als Wasserstoffträger etablieren

Forscher vom Fraunhofer ISE setzen auf Dimethylether als Wasserstoffträger für den Import nach Deutschland. Das Institut hat dafür das INDIGO-Verfahren entwickelt. Dieses soll die Herstellungskosten gegenüber konventionellen Methoden um mehr als ein Viertel senken.

„Dimethylether ist der hidden Champion der Wasserstoffwirtschaft, nicht nur weil er eine deutlich höhere volumetrische Energiedichte als das bisher meistens verwendete Ammoniak aufweist und damit ein idealer Kandidat für den Import ist. Er ist zudem in Bereichen wie der Chemieindustrie und dem Transportsektor als Plattformmolekül eine erneuerbare Alternative für fossile Ausgangsstoffe", sagt Elias Frei, Bereichsleiter Wasserstoff am Fraunhofer ISE.

INDIGO-Verfahren vereint Synthese und Destillation

Das neue Verfahren kombiniert Synthese und Destillation in einem Schritt. Die bei der Reaktion freigesetzte Wärme fließt direkt in die Destillationskolonne. Das senkt den Energiebedarf und macht das Verfahren nach Institutsangaben besonders für abgelegene Regionen geeignet. Im Importland kann DME dann per Dampfreformierung zu Wasserstoff zurückgespalten werden.

Im internationalen Forschungsprojekt „Power-to-MEDME" hat das Fraunhofer ISE die Prozesskette für eine großskalige Produktion in Chile untersucht. In allen sechs analysierten Fällen erwies sich das INDIGO-Verfahren als günstiger als die konventionelle Referenz. Als nächsten Schritt plant das Projektteam eine Pilotanlage im Megawatt-Bereich.

Antofagasta als Standort mit hohem Potenzial

Eine Standortanalyse des Fraunhofer ISE identifizierte die Region Antofagasta im Norden Chiles als besonders geeignet. Dort produzieren Photovoltaik- und Solarthermieanlagen bereits heute so hohe Stromüberschüsse, dass die Netzeinspeisung gedrosselt werden muss.

Das Fraunhofer ISE sieht großes Marktpotenzial für DME. Der aktuelle Markt umfasst mehr als fünf Millionen Tonnen pro Jahr. Durch neue Anwendungen wie die Beimischung zu Flüssiggas (LPG) oder die Herstellung nachhaltiger Flugkraftstoffe könnte er nach Institutsangaben um ein Vielfaches wachsen. Das Institut will DME daher als neues Leitthema gemeinsam mit der Industrie vorantreiben.