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Angewandte Forschung

Wasserstoffforschung an der FH Oberösterreich profitiert von 3 Millionen Euro Fördermitteln

An das Projekt TRUST-H2 gehen in den nächsten Jahren gut 1,5 Millionen Euro. Dabei geht es um zuverlässige Materialien für Transport- und Speichersysteme für Wasserstoff. Wasserstoff kann in Metalle, Polymere und Elastomere diffundieren und dort zu Alterung, Versprödung, Rissbildung oder Leckagen führen. Besonders kritisch sind Materialinterfaces wie Membranen, Dichtungen und Schweißnähte. Trotz umfangreicher Grundlagenkenntnisse fehlen bislang systematische, vergleichbare Untersuchungen dieser Komponenten unter realitätsnahen Betriebsbedingungen sowie übertragbare Prüf- und Bewertungsmethoden. Diese Wissenslücke stellt insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen ein erhebliches Innovationshemmnis dar. In dem Projekt entwickeln Dr. Julia Thalhammer und ihr Team realitätsnahe Prüfmethoden für kritische Materialinterfaces und suchen Wege, um diese in die industrielle Anwendung zu übertragen. „Damit schaffen wir belastbare Entscheidungsgrundlagen für Unternehmen und unterstützen die sichere Umsetzung von Wasserstofftechnologien“, sagt Thalhammer. Bisher unterstützen 17 österreichische Unternehmen das Projekt mit Interessensbekundungen.

Komponenten für Wasserstoffanwendungen aus dem 3D-Drucker

Das zweite Projekt befasst sich mit Komponenten aus dem 3D-Drucker für verschiedene Wasserstoffanwendungen. Die sogenannte additive Fertigung macht komplexe, hochbelastbare und funktionsintegrierte Komponenten möglich, die mit konventionellen Verfahren oft nicht realisierbar sind. Insbesondere für die Wasserstoff-Verbrennung bei hohen Temperaturen sowie bei Hochdruckanwendungen eröffnet der 3D-Druck neue Freiheitsgrade. Das Projekt HyMATec zielt auf den Ausbau anwendungsorientierter Kompetenzen in additiver Fertigung, Simulation, zerstörungsfreier Prüfung und Materialcharakterisierung für H2-Anwendungen. Verantwortlich für das Projekt ist an der FH Oberösterreich Sascha Senck PhD, als Partner ist FOTEC mit im Boot, ein Tochterunternehmen der FH Wr. Neustadt. „Wir kreieren eine anwendungsnahe Entwicklungsplattform, die österreichischen KMU direkten Zugang zu belastbaren Auslegungs-, Prüf- und Optimierungsmethoden für H₂-taugliche Komponenten bietet“, sagt Senck.

Das dritte Forschungsprojekt an der FH Oberösterreich, das eine Förderzusage erhalten hat, heißt NaKuNaBa und befasst sich mit Folien für umweltfreundlichere Kunststoffverpackungen.

Die Konkurrenz um die Fördermittel ist hart. Nur zwölf von 52 eingereichten Projekten wurden gefördert. Für Hochschulpräsident FH-Prof. DI Dr. Michael Rabl stehen die neu eingeworbenen Forschungsvorhaben beispielhaft für die strategische Ausrichtung der Hochschule. Die FH Oberösterreich ist mit vier Standorten in Hagenberg, Linz, Steyr und Wels die nach eigenen Angaben forschungsstärkste Fachhochschule Österreichs. Ab Mitte Januar 2027 will sie unter der neuen Marke UAP University of Applied Sciences Upper Austria auftreten, um internationale Ausrichtung, Praxisbezug und anwendungsorientierte Forschung zu betonen. Zugleich versichert die Hochschule, man bleibe klar in Oberösterreich verankert.