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Wasserstoff-Pipeline

AquaVentus und Hydrogen Scotland konkretisieren Pläne

Auf einer dreitägigen Delegationsreise im schottischen Aberdeen haben Vertreter aus Deutschland und Großbritannien über den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur in der Nordsee beraten. Organisiert wurde das Treffen unter anderem von AquaVentus und dem Erneuerbare-Energien-Cluster Hamburg. Teilgenommen haben Abgesandte von Bosch, Gascade, Aurubis und dem Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) sowie auf britischer Seite Vertreter der schottischen Regierung, von Subsea7, Hydrogen Scotland, Deepsea Technologies und Scottish Enterprise.

Im Zentrum der Gespräche standen Kooperationsprojekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Offshore-Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur industriellen Nutzung. Bereits im September 2025 hatten AquaVentus und Hydrogen Scotland in Aberdeen ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um Wasserstoffproduktion und -transport im Nordseeraum zu stärken.

Offshore-Pipeline soll Netze verbinden

Nach Angaben von AquaVentus rückt eine Offshore-Pipeline zwischen Großbritannien und Deutschland näher. Sie soll Wasserstoff aus der zentralen Nordsee aufnehmen und an bestehende Wasserstoffnetze beider Länder anbinden. Bislang werden diese Netze getrennt geplant und verbinden jeweils nationale industrielle Knotenpunkte. Das deutsche Projekt AquaDuctus wird von Gascade vorangetrieben.

Robert Seehawer, Geschäftsführer von AquaVentus, ordnet die Reise als Weiterentwicklung des dritten Nordseegipfels ein, der Anfang 2026 in Hamburg stattfand. „Der 3. Nordseegipfel in Hamburg hat deutlich gemacht, dass die nächste Phase der Energiewende nicht mehr national gedacht werden kann“, sagt Seehawer. Offshore-Wind, Wasserstoffproduktion und Infrastruktur müssten gemeinsam mit Politik und Übertragungsnetzbetreibern sektorengekoppelt geplant werden. „Die Nordsee ist kein nationales Silo, sondern ein gemeinsames Energiebassin.“

Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes nötig

Aus Sicht von AquaVentus ist der Blick nach Schottland auch ein Weckruf für Deutschland. Während hierzulande über steigende Kosten für Offshore-Netzanschlüsse und das Investitionsvolumen des Netzentwicklungsplans diskutiert werde, setze Großbritannien auf klare politische Leitplanken, verlässliche Ausschreibungsrunden und gezielte Förderinstrumente für Wasserstoff.

AquaVentus fordert eine Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes, die die Produktion von Offshore-Wasserstoff als eigenständige Planungskategorie verankert und kombinierte Anschlusskonzepte ermöglicht. „Wir wollen in Schottland lernen, wie politische Planungssicherheit greifbare Investitionen auslöst“, so Seehawer.