Die Bundesregierung hat die Reform des Nationalen Wasserstoffrats abgeschlossen und die neuen Mitglieder berufen. Grundlage ist ein Kabinettsbeschluss vom 10. Juni 2026 auf Vorlage von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die neue Satzung ist seit dem 1. Juli 2026 in Kraft, die bisherigen Mitgliedschaften endeten zum 30. Juni 2026.
Dem Gremium gehören künftig 17 Mitglieder an. Vorschlagsberechtigt sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, das Bundesministerium für Verkehr, das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zehn Mitglieder wurden erstmals berufen, sieben gehörten dem Rat bereits zuvor an. Nach Angaben der Bundesregierung soll die Reform die Gremienstruktur „verschlanken“ und die „wirtschaftliche Expertise“ stärken. Wissenschaft und Zivilgesellschaft bleiben vertreten.
Stefan Dohler übernimmt Vorsitz, Felix Matthes wird Stellvertreter
Den Vorsitz übernimmt Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG und seit Juni 2024 Präsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Stellvertretender Vorsitzender wird Felix Matthes, Forschungskoordinator für Energie- und Klimapolitik am Öko-Institut. Matthes war bereits im bisherigen NWR stellvertretender Vorsitzender und zeitweise Interimsvorsitzender.
Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kirsten Westphal bedankte sich „für das erneute Vertrauen der Bundesregierung“ und freue sich, „auch weiterhin im Rahmen des Nationalen Wasserstoffrates an der Ausgestaltung des Wasserstoffhochlaufs mitwirken zu dürfen.“ Der Markthochlauf gelinge nur, wenn Produktion, Infrastruktur, Nachfrage und Finanzierung zusammen gedacht würden. „Der BDEW hat sich deshalb schon früh für eine europäische Wasserstoffallianz und ein konzertiertes Vorgehen eingesetzt, wie es auch im Koalitionsvertrag vereinbart wurde.“
Zu den neu berufenen Mitgliedern gehört Werner Ponikwar, Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp Nucera. „Es ist mir eine große Ehre, Teil des Nationalen Wasserstoffrats zu sein. Die Berufung ist ein starkes Signal für unsere Branche und für uns als thyssenkrupp nucera“, sagt Ponikwar. Er wolle einen aktiven Beitrag dazu leisten, „die richtigen Rahmenbedingungen für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland zu setzen“.
Weitere berufene Mitglieder sind Tilman Altenburg, Thomas Behrends, Alexander Bercht, Andreas Gorbach, Gunnar Groebler, Thomas Hüwener, Karsten Lemmer, Velibor Marjanovic, Julia Metz, Andreas Mündel, Karsten Pinkwart, Viviane Raddatz und Nicole Schödel.
DWV begrüßt Neuaufstellung
Der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV) begrüßt die Neuaufstellung. „Der Wasserstoffhochlauf in Deutschland befindet sich in einer spannenden und auch sensiblen Phase. Es gilt nun den Perspektivwechsel von allgemeinen Strategien hin zur konkreten Marktentwicklung zu gestalten“, erklärt Andreas Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender des DWV. Als zentrale Themen für den Aufbau tragfähiger Wasserstoffmärkte nennt der Verband Investitionssicherheit, Infrastrukturentwicklung, Nachfrageimpulse und die Einbindung von Wasserstoffderivaten.
Der Nationale Wasserstoffrat berät die Bundesregierung seit 2020 zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Nationalen Wasserstoffstrategie.