Michael Kober, technischer Referent beim Zentralverband Sanitär Heizung Klima, will Wasserstoffbranche und Kupferschmiede besser miteinander vernetzen.
Was haben Kupferschmiede mit Wasserstoff zu tun?
Behälter- und Apparatebauer, traditionell auch Kupferschmiede genannt, sind Spezialisten für den Bau von Behältern, Apparaten und Rohrleitungen. Sie fertigen produktions- und verfahrenstechnische Anlagen sowie Anlagenteile aus hoch-, niedrig- und unlegierten Stählen, Nichteisenmetallen und
Kunststoffen.
Überall dort, wo Wasserstoff produziert, gespeichert, verteilt oder genutzt wird, werden genau solche Bauteile benötigt: Druckbehälter, Rohrleitungen, Wärmetauscher oder Apparate für verschiedene Prozessschritte. Ein gutes Beispiel sind Elektrolyseanlagen zur Wasserstofferzeugung: Die Druckbehälter für Wasser und Elektrolyt, die Gasabscheider, Zwischenspeicher sowie die dazugehörigen Rohrleitungen für Wasserstoff und Sauerstoff – all das sind typische Aufgabenfelder für Behälter- und Apparatebauer. Solche Komponenten zu planen, zu fertigen und zu montieren gehört seit Jahren zum technischen Alltag dieser Branche.
Ist die Bedeutung des Mediums Wasserstoff in den letzten Jahren gewachsen?
Ja, deutlich. Wasserstoff, insbesondere grüner Wasserstoff, ist heute ein zentraler Baustein der Energiewende und der angestrebten Klimaneutralität bis 2045. Für die Behälter- und Apparatebauer ist Wasserstoff zwar technisch kein völlig neues Medium, aber seine Bedeutung und die Dynamik im Markt haben in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Neu ist also weniger die Technik an sich, sondern vor allem die Breite der Anwendungen, die politische und gesellschaftliche Relevanz sowie das Tempo, mit dem Projekte auf den Markt kommen.
Was bietet der Kupferschmiedetag konkret in Bezug auf Wasserstoff?
Der Kupferschmiedetag ist in diesem Jahr kein Fachkongress, der sich vertieft mit Wasserstoff beschäftigt. Die Vortragsthemen orientieren sich am betrieblichen Alltag der Unternehmen. Dazu gehören natürlich technische Fragestellungen wie auch Themen aus dem Bereich HR oder der Arbeitssicherheit oder ganz aktuell nach wie vor der Einsatz von KI.
Der eigentliche Mehrwert des Kupferschmiedetags in Bezug auf Wasserstoff liegt jedoch im Netzwerken. Wer neue Kontakte sucht, sich in der Branche zuhause fühlt oder hineinschnuppern möchte, findet hier in fast schon familiärer Atmosphäre die Gelegenheit, sich mit Betrieben, Bildungseinrichtungen und den SHK-Verbänden auszutauschen. Diese Vernetzung der Akteure untereinander ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Wasserstoffprojekte in Zukunft schneller und sicherer umgesetzt werden können.
Der Kupferschmiedetag findet am 26. März 2026 im Berufs- und Technologiezentrum Rohr Kloster im thüringischen Ort Rohr statt. Das Tagesticket kostet 245 Euro inklusive einer Exkursion am Vortag.
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