GEN-H Energy, spanischer Entwickler dezentraler Energiesysteme, will im finnischen Kotka ein auf Regelenergie ausgelegtes Kraftwerk bauen, das Wasserstoff aus Methanpyrolyse nutzen soll. Anvisiert ist eine Leistung von 200 bis 300 Megawatt. Dabei soll eine Wasserstofferzeugung mit der Technologie des finnischen Cleantech-Startups Hycamite in ein gasbefeuertes Kraftwerk integriert werden. Die Unternehmen haben hierzu eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Die Methanpyrolyse trennt den Kohlenstoff (C) vom Wasserstoff (H) des Methans – und zwar in seiner reinen, festen Form. Der feste Kohlenstoff kann industriell genutzt werden, zum Beispiel in Form von Graphit für die Batterieherstellung.
GEN-H will im Industriegebiet Sunila in Kotka einen Hub für saubere Energie, Wasserstofftechnologien und grüne Industrie aufbauen. Auf dem Gelände befindet sich eine ehemalige Zellstofffabrik. Derzeit laufen Planungs- und Genehmigungsverfahren parallel zum Rückbau der alten Anlagen. Der große Gasanschluss ist bereits vorhanden, die Stromerzeugung soll modernisiert werden. Gasturbinen sollen zum Einsatz kommen, um Strom in Zeiten mit wenig Wind und Sonne liefern zu können – typischerweise kalte, windstille Winterwochen.
Für Hycamite ist das die zweite Absichtserklärung über ein Projekt in dieser Größenordnung in wenigen Wochen. Erst vor Kurzem unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit der britischen EnergyPathways, in der es um 20.000 Tonnen Wasserstoff und 60.000 Tonnen Graphit jährlich gehen soll.