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EWI-Studie

Deutschland verfehlt wohl 10-GW-Ziel für Elektrolyse bis 2030

Nach aktuellen Daten der EWI-Elektrolysedatenbank liegt die installierte Elektrolyseleistung in Deutschland derzeit bei 181 Megawatt elektrisch (MWel). Weitere 1,3 Gigawatt (GW) befinden sich entweder im Bau oder haben eine finale Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) erhalten. Damit könnten bis Ende 2027 insgesamt rund 1,5 GW in Betrieb sein.

Zwar ist die Kapazität gegenüber der letzten Erhebung im August 2024 gestiegen – unter anderem durch die Inbetriebnahme des bislang größten Elektrolyseurs Deutschlands mit 54 MW –, dennoch bleibt der Hochlauf hinter den Erwartungen zurück. Besonders kritisch: Fast drei GW an ursprünglich geplanten Projekten wurden aus der Datenbank entfernt, da sie entweder abgesagt wurden oder seit längerer Zeit keine neuen Informationen veröffentlicht wurden.

Zahlreiche Projekte ohne FID oder Baubeginn

Für das Jahr 2026 sind mehr als 20 Projekte mit einer geplanten Inbetriebnahme angekündigt. Doch 14 dieser Vorhaben – mit einer kumulierten Kapazität von über 1 GW – haben bislang weder eine FID erreicht noch einen Baubeginn kommuniziert. Damit ist fraglich, ob sie wie geplant realisiert werden können.

Auch bei den Projekten, die ursprünglich 2025 in Betrieb gehen sollten, zeigt sich ein deutlicher Verzug: Nur etwa 30 Prozent dieser Vorhaben wurden fristgerecht umgesetzt.

Regulatorische Unsicherheit und hohe Kosten bremsen Entwicklung

Als Gründe für den schleppenden Fortschritt nennt das EWI unter anderem regulatorische Komplexität, hohe Investitions- und Betriebskosten sowie eine geringe Zahlungsbereitschaft auf der Nachfrageseite. Hinzu kommt das sogenannte Henne-Ei-Problem: Angebot, Nachfrage und Infrastruktur müssen gleichzeitig aufgebaut werden, was zu Koordinationsproblemen führt. „Dies kann zu Koordinationsproblemen und zur Verzögerung einzelner Projekte führen“, sagt Ann-Kathrin Klaas, Head of Research Area am EWI.

Zielverfehlung bis 2030 wahrscheinlich

Zählt man alle derzeit bis 2030 angekündigten Projekte zusammen, ergibt sich laut EWI eine potenzielle Gesamtkapazität von 8,7 GW – und damit weniger als das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel von 10 GW. Die Analyse zeigt damit, dass der Elektrolysehochlauf in Deutschland deutlich hinter den politischen Erwartungen zurückbleibt.