Sunfire hat auf dem World Hydrogen Summit in Rotterdam erstmals öffentlich sein neues Elektrolysesystem HyLink Alkaline 23 präsentiert. Das System hat eine Leistung von 50 Megawatt und richtet sich an industrielle Großprojekte. Aktuelle 100-MW-Projekte des Unternehmens seien Folgeaufträge von Bestandskunden, sagte Sunfire-CEO Nils Aldag bei der Vorstellung.
Aldag verweist auf Kostenvorteile europäischer Produktion
Am Rande der Konferenz ordnete Aldag, der auch Board Member von Hydrogen Europe ist, die Lage der europäischen Wasserstoffindustrie ein. „China und Europa sind im Wasserstoffmarkt führend. Betrachtet man die Gesamtkosten, ist in Europa produzierter grüner Wasserstoff meistens günstiger als importierter Wasserstoff“, sagte Aldag. Europäische Hersteller stünden zudem für transparente Standards und hohe Verlässlichkeit.
Aldag warnte zugleich vor den Kosten fossiler Importabhängigkeiten. Allein 2022 habe die Zusatzrechnung Europa rund 400 Milliarden Euro gekostet. Durch den aktuellen Konflikt im Nahen Osten drohe erneut eine dreistellige Milliardenbelastung.
Bis zu fünf Gigawatt Elektrolysebedarf in Deutschland erwartet
Mit Blick auf den deutschen Markt verwies Aldag auf die Umsetzung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III über die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote). Dadurch habe grüner Wasserstoff in Deutschland eine verlässliche Nachfrage relevanter Größe bekommen. „Nach unseren Berechnungen kann in den nächsten fünf Jahren ein Bedarf von bis zu fünf Gigawatt Elektrolyseleistung entstehen“, sagte Aldag. Dies könne Vorbild für weitere EU-Länder sein.