Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben sich in der Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland, kurz IWO, zusammengeschlossen. Der eingetragene Verein soll die Wasserstoffwirtschaft der sechs Bundesländer länderübergreifend voranbringen. Auch der Bund ist als Netzwerkmitglied an der Initiative beteiligt.
IWO versteht sich als gemeinsame Plattform, die regionale Expertisen und Stärken aus den ostdeutschen Ländern zusammenführt. Nach Angaben der Initiative sollen so Synergien erschlossen und Kosten gesenkt werden. Zu den Aufgaben zählt die Vernetzung von Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung.
Ursprung in der Riemser Erklärung
Die Gründung der IWO geht auf einen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz Ost aus dem Jahr 2022 zurück. Grundlage bildet die sogenannte Riemser Erklärung. Darin heißt es: „Ostdeutschland besitzt für die Umsetzung eines Wasserstoffhochlaufes entlang der gesamten Wertschöpfungskette Stärken, die sich komplementär ergänzen können. Eine effiziente länderübergreifende Zusammenarbeit bietet die Möglichkeit, Synergien zu erschließen und Kosten zu reduzieren.“
Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder sehen in der Region demnach Voraussetzungen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur Nutzung – ineinandergreifen können.
Rahmenbedingungen für Projekte optimieren
Nach eigenen Angaben verfolgt die IWO das Ziel, Ostdeutschland als Schlüsselregion für die Wasserstoffwirtschaft zu etablieren. Ein zentraler Ansatzpunkt ist es dabei, die Rahmenbedingungen für Wasserstoffprojekte zu verbessern. Dazu soll die Initiative überregionale Kooperationen zwischen ihren Mitgliedern fördern und die Interessen der Länder gegenüber Politik und Verwaltung bündeln.
Die ostdeutschen Länder gelten als bedeutender Standort für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Dort sind unter anderem große Chemiestandorte wie Leuna und Schwedt angesiedelt, die zu den größten Wasserstoffverbrauchern Deutschlands zählen. Zugleich verfügt der Osten über Potenziale bei erneuerbaren Energien, insbesondere Wind- und Solarstrom, sowie über geologische Voraussetzungen für Wasserstoffspeicher.