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BMV-Studie

Wasserstoff an Flughäfen zunächst vor allem im Vorfeldbetrieb sinnvoll

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) eine Studie zum Einsatz von Wasserstoff an Flughäfen erstellt. Herausgegeben wurde die Analyse von der NOW GmbH. Die Autorinnen und Autoren empfehlen modulare Konzepte und regionale Kooperationen als Grundlage für einen wirtschaftlich tragfähigen Hochlauf.

Ein kurzfristiger flächendeckender Einsatz von Wasserstoff im Flugbetrieb ist laut Studie nicht zu erwarten. Die Technik im Flugzeug befinde sich noch in der Entwicklung. Zunächst dürften nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, kurz SAF) eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Luftverkehrs spielen. Einen großskaligen Aufbau von Infrastruktur für flüssigen Wasserstoff hält das Fraunhofer IML über konzeptionelle Vorbereitungen hinaus derzeit nicht für sinnvoll.

Potenziale im Vorfeldbetrieb

Kurz- bis mittelfristig sieht die Studie Chancen vor allem beim Einsatz von gasförmigem Wasserstoff im Vorfeldbetrieb. Dazu zählen Fahrzeuge und Geräte zur Flugzeugabfertigung (Ground Support Equipment). Erste Anwendungen sollten in abgegrenzten Pilotprojekten erprobt werden. Mobile und reversible Infrastrukturlösungen könnten helfen, Investitionsrisiken zu begrenzen.

Allein reichten diese Anwendungen jedoch nicht aus, um eine wirtschaftlich tragfähige Wasserstoffinfrastruktur am Flughafen zu gewährleisten. Als zentrale Herausforderungen nennt die Studie die begrenzte Verfügbarkeit serienreifer Fahrzeuge sowie hohe Investitions- und Betriebskosten.

Regionale Multi-Use-Ansätze als Schlüssel

Einen wesentlichen Hebel sehen die Autorinnen und Autoren in der regionalen Vernetzung. Flughäfen könnten ihre Wasserstoffinfrastruktur perspektivisch auch für externe Nutzer öffnen – etwa für Logistik- und Güterverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr oder angrenzende Industrie- und Gewerbestandorte. In solchen Multi-Use-Ökosystemen übernähmen Flughäfen die Rolle von Integratoren, ohne zwingend selbst Infrastrukturbetreiber zu sein.

Die größten Hemmnisse liegen laut Studie weniger in der Technik als in regulatorischen und wirtschaftlichen Fragen. Dazu zählen fehlende Normen und Standards, komplexe Genehmigungs- und Haftungsfragen sowie Unsicherheiten bei Nachfrage und Geschäftsmodellen.

„Wasserstoff wird auch im Luftverkehr eine wichtige Rolle spielen – allerdings mit realistischem Blick auf Einsatzfelder und Zeithorizonte.“, betont Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Nun gilt es die richtigen Weichen zu stellen: „Mit modularer Planung der Infrastrukturen, ausgewählten Anwendungen und einer engen Verzahnung mit regionalen Partnern.“ Studie und Management Summary stehen online als PDF zum Download bereit.