Das Konsortium besteht aus dem Pariser Deep-Tech-Fonds Calderion (Audacia), dem Infrastrukturentwickler Terravent und dem Oldenburger Familienunternehmen Wenco Family Office. Die Mittel sollen nach Unternehmensangaben in den technologischen Fortschritt, die Einführung weiterer Industrieanlagen und die internationale Marktentwicklung fließen. Graforce will seine Produktionskapazitäten erweitern, um Nachfrage aus den Bereichen Stahl, Chemie und Transport zu bedienen.
Plasmapyrolyse spaltet Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff - ohne CO2
Die Plasmapyrolyse von Graforce spaltet methanhaltige Gase – darunter Erdgas, Biogas, Fackelgas und Deponiegas – in Wasserstoff und hochreinen Industriekohlenstoff. Im Gegensatz zur konventionellen Dampfreformierung entstehen dabei nach Angaben des Unternehmens keine CO2-Emissionen. Bei Verwendung biogener Rohstoffe soll das Verfahren sogar einen negativen CO2-Fußabdruck ermöglichen, da der Kohlenstoff dauerhaft gebunden wird. Die modularen Anlagen erlauben eine dezentrale Produktion am Verbrauchsort. Graforce gibt an, die Kriterien des EU Low-Carbon Delegated Act (LC DA) nicht nur zu erfüllen, sondern zu unterbieten. Zugleich verspricht das Unternehmen sehr niedrige Kosten – ein Zeitrahmen oder Randbedingungen, um diese zu erreichen, werden aber nicht genannt.
RAG Austria hilft bei industrieller Integration
Parallel zur Finanzierungsrunde vertieft Graforce seine Partnerschaft mit dem österreichischen Energiespeicherunternehmen RAG Austria. Dieses unterstütze die Weiterentwicklung der Methan-Plasmapyrolyseanlage finanziell und industriell, heißt es. Der Schwerpunkt liege auf Systemoptimierung und industrieller Integration. Die Zusammenarbeit soll die Anlageneffizienz erhöhen und den Einsatz modularer Anlagen an Standorten mit variabler Verfügbarkeit erneuerbarer Energien unterstützen.
„Mit der Aufnahme von Graforce in unser Portfolio stärkt Calderion seine Abdeckung der Wertschöpfungsketten für Kraftstoffe der nächsten Generation, die CO2-Abscheidung, plasmabasierte Methanumwandlung und synthetische Kraftstoffe kombinieren", sagt Vincent Brillault, Gründungspartner von Calderion. Die Technologie biete auch Erdgasförderern eine Lösung zur Verwertung von Begleitmethan ohne CO2-Emissionen.
Jens Rötteken, Geschäftsführer von Terravent, will die Projektplanungskompetenz seines Unternehmens einbringen, um die Technologie zu skalieren.