Wasserstoff aus Deponiegas

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H2-Forschungsreaktor-Entsorgungszentrum Leppe, © RGH2

Über Bioenergie wird nicht so viel geredet wie über Solar- und Windenergie, wenn es um die H2-Herstellung geht. Dabei ist beispielsweise Biogas durchaus gut dazu geeignet, grünen Wasserstoff zu erzeugen. Um etwas mehr Licht ins Bioenergie-Dunkel zu bringen, haben der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) und die Rouge H2 Engineering AG (RGH2) aus Graz im Februar 2022 in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Lindlar gemeinsam einen Forschungsreaktor in Betrieb genommen. Am dortigen Entsorgungszentrum Leppe soll in einem mehrmonatigen Testbetrieb die dezentrale Erzeugung von hochreinem Wasserstoff aus Deponiegas erprobt und weiterentwickelt werden.

Auf der Mülldeponie des Entsorgungszentrums entstehen – wie es für viele Müllhalden gilt – Deponiegase mit einem durchschnittlichen Methangehalt von 45 Vol.-%. Diese Gase, die von anaeroben Abbauprozessen aus organischen Abfällen herrühren, werden aufgefangen und in einem Blockheizkraftwerk in elektrische Energie umgewandelt. BAV und RGH2 wollen nun untersuchen, welche Auswirkungen die Müllzusammensetzung auf die Wasserstoffproduktion hat.

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Außerdem wird das Forschungsinstitut :metabolon der TH Köln prüfen, ob sich der RGH2-Reaktor zum Anschluss an die Pyrolyseanlage im thermochemischen Forschungszentrum eignet. Nach dem erfolgreichen Testbetrieb streben die Projektpartner eine großtechnische Demonstrationsanlage zur Umwandlung von Deponiegas in Wasserstoff an.

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