H2- und LNG-Terminal in Wilhelmshaven

Die Suche nach Alternativen zu russischem Erdgas läuft auf Hochtouren. Bereits vor Putins Einmarsch in die Ukraine hatten sich einige Interessenvertreter für den Import von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA ausgesprochen – als Alternative zu North Stream II. Da die Vereinigten Staaten von Amerika jedoch Frackinggas exportieren, das in Deutschland ein eher schlechtes Image hat, bemüht sich die Bundesregierung derzeit auch um Kooperationen mit anderen potentiellen Lieferanten, beispielsweise aus Ländern im Nahen Osten (Katar, Vereinigte Arabische Emirate).

Bislang verfügt die Bundesrepublik allerdings über keinen Hafen, in dem LNG-Tanker ihre Ladung löschen könnten. Deswegen laufen derzeit Bemühungen, in Wilhelmshaven entsprechende Voraussetzungen zu schaffen: An der niedersächsischen Nordseeküste plant die Projektgesellschaft Tree Energy Solutions (TES) gemeinsam mit der belgischen Investorengruppe Atlas Invest, die ursprünglich allein für Wasserstoff konzipierte Anlage jetzt auch für Flüssigerdgas auszulegen.

TES arbeitet seit 2019 daran, grünen Wasserstoff aus Ländern mit viel Solar- und Windenergie zu importieren. Zunächst sollte dafür in Wilhelmshaven eine Importstation für Wasserstoff sowie eine Exportstation für CO2 errichtet werden. Diese Planung wird jetzt um ein Terminal für die Anlandung von verflüssigtem Erdgas erweitert (Investitionsvolumen bis 2045: knapp 25 Mrd. Euro).

Der TES-Manager Otto Waterlander erklärte dem Handelsblatt: „Die Bundesregierung hat uns darum gebeten, ein LNG-Terminal in unsere geplante Wasserstofffabrik zu integrieren, um die Importabhängigkeit von Russland so schnell wie möglich zu verringern.“ TES-Gründer und -Geschäftsführer Paul van Poecke sagte: „Wir planen nun weitere Arbeiten, um einen operativen Start der Phase 1 bis Winter 2025 in großem Maßstab sicherzustellen.“

HOC

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