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Menschen, Technik, ­Disruptionen

Manchmal fühlt sich die Welt wie ein Zirkus an. Man reibt sich die Augen und fragt sich: Ist das gerade wirklich passiert? Und wer in der ersten Reihe sitzt, hofft, nicht für den Sägetrick in die Manege geholt zu werden. Auch diese Ausgabe der HZwei bietet Anlass zum Staunen – über Menschen, die Innovationen vorantreiben, und über technische Fortschritte. Manche Entwicklungen lassen einen allerdings auch unruhig auf dem Sitz hin und her rutschen.

In Namibia setzen viele Menschen große Hoffnungen in Wasserstoff. Unsere Autoren haben sie getroffen und Projekte kennengelernt, die Eisen, Dünger, Lebensmittel und Kraftstoff vor Ort liefern sollen. Es geht um mehr als Energie: Es geht um wirtschaftliche Eigenständigkeit.

Technische Fortschritte gibt es auf der Hydrogen Technology World Expo zu sehen. Skalierung und Automatisierung stehen im Mittelpunkt. Für unsere Messevorschau haben wir die Neuheiten vorsortiert, damit Sie sich auf Ihrer Wasserstoff-Weltreise leichter zurechtfinden. Auch künstliche Intelligenz wird zur hochspezialisierten Helferin für die Wasserstoffbranche. Sie optimiert nicht nur die Projektplanung, sondern hilft auch, Anlagen sicherer zu machen. Wie wichtig dafür naturwissenschaftliche Leitplanken sind, zeigen wir in diesem Heft.

Die großen Umwälzungen werfen zugleich neue Fragen auf, die diese Ausgabe ebenfalls thematisiert: Wird der Energiebedarf der KI zu einem Markt für Wasserstoff? Und wie können Unternehmen ein wirtschaftliches Ökosystem aufbauen, das sie für Disruptionen wappnet?

Keine Frage, die Chancen sind da. Unser Beitrag zu den planetaren Grenzen erinnert aber daran, woran wir sie messen sollten: Wasserstoff soll zu einer besseren Zukunft beitragen. Der Energiehunger der KI kann grundsätzlich ins Unendliche wachsen – die Ressourcen des Planeten nicht. Dieses Problem löst auch die Kernfusion nicht, selbst falls es gelingt, sie (über den großen Zentralreaktor des Sonnensystems hinaus) als Energiequelle auf der Erde zu nutzen: Kraftwerke brauchen Material, Standorte, Entwicklungs- und Bauzeit sowie Kühlung.

Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für eine bessere Welt. Doch die erreichen wir nicht alleine durch technologische Skalierung von Elektrolyseuren. Wir müssen uns auch fragen, wie genau diese Welt aussehen könnte, wenn wir alle planetaren Ressourcen und ihre Verteilung einbeziehen.

Eva Augsten
Chefredakteurin

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