Beschwerden verhindern H2-Projekt in der Schweiz

Der Schweizer Energiekonzern Axpo wollte beim Wasserkraftwerk Eglisau-Glattfelden eine H2-Produktionsanlage bauen. Das Projekt direkt an der deutsch-schweizerischen Grenze wurde nun allerdings gestoppt, weil es Beschwerden über die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gab.

Die H2-Anlage sollte über 2,5 MW Leistung verfügen und jährlich rund 350 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen. Genug, um jährlich rund 1,5 Mio. Liter Diesel im Straßenverkehr einzusparen, berechnet der Versorger. Die Anlage hätte mit steigender Nachfrage auf 5 MW erweitert werden können. Mehrere Tankstellen in der Umgebung hätten mit Wasserstoff beliefert werden können, so die Pläne.

Für den Bau in Eglisau-Glattfelden hätte allerdings ein bestehendes Gebäude des Kraftwerks, das außerhalb der Bauzone steht, abgerissen und ersetzt werden müssen. Dafür hatte Axpo eine Ausnahmegenehmigung beantragt, die zunächst von der Gemeinde bewilligt worden war. Daraufhin beschwerten sich drei Privatpersonen beim Baurekursgericht des Kantons Zürich, das ihnen Recht gab. Es hieß, es gebe „keine besonders wichtigen und objektiven Gründe“ für die erteilte Ausnahmegenehmigung. Das öffentliche Interesse, hier Energie zu produzieren, sei vom Gericht weniger hoch gewichtet worden als der durch dieses Projekt zu erwartende Lkw-Lärm.

Guy Bühler, Projektleiter bei Axpo, kommentierte diese Entscheidung: „Mit dem Entscheid, das Gesetz selbst im Falle einer umweltschonenden, im Einklang mit der Energiestrategie 2050 stehenden Anlage eng auszulegen, wird die Dekarbonisierung gehemmt“, mahnte er. „Wir bedauern es sehr, dass wir wieder daran gehindert werden, noch mehr zur Dekarbonisierung der Schweiz beizutragen.“

Trotz des abrupten Projektstopps will Axpo jedoch weiter an anderen Bauplänen mit grünem Wasserstoff festhalten und weitere Projekte in der Schweiz realisieren. Bühler sieht nun den Gesetzgeber in der Verantwortung. „Es sind Rahmenbedingungen zu schaffen, welche die Realisierung von innovativen Projekten und somit dringend benötigte Investitionen in die Energiewende ermöglichen.“

Autor: Niels Hendrik Petersen

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