Millioneninvestitionen in H2

Es herrscht wahre Goldgräberstimmung: Zahlreiche Konzerne übernehmen Mittelständler oder gründen Joint Ventures (s. S. 6) – viele Großunternehmen investieren Millionen, um sich ein Stück von dem H2-Kuchen zu sichern. Der Weltmarkt für Wasserstoff wird jetzt aufgeteilt, zumindest der Anteil, der nicht ohnehin schon in den vergangenen Monaten einkassiert wurde.

Ein Beispiel für diesen globalen Wettstreit ist im brandenburgischen Jänschwalde zu finden: Mitte Juli gab die Wiesbadener Firma Hy2gen bekannt, dass dort 500 Mio. Euro in die Produktion von grünem Wasserstoff und nachhaltigem Flugzeugtreibstoff investiert werden sollen. Die Anlage soll bis 2027 auf dem geplanten Green Areal Lausitz entstehen.

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In Mecklenburg-Vorpommern wird ebenfalls investiert. Die HH2E AG und die Schweizer MET Group gründeten gemeinsam eine Projektgesellschaft für die Entwicklung einer der größten Anlagen zur Herstellung von grünem Wasserstoff in Europa. In Lubmin sollen bis 2025 100 MW für die Produktion von 6.000 tH2/Jahr aufgebaut werden, die bis 2030 auf 1 GW hochskaliert werden könnte. Rund 200 Mio. Euro sollen dafür bereitgestellt werden.

Ebenfalls im Juni hatten Ceres Power und Shell verlautbaren lassen, dass sie gemeinsam eine Demonstrationsanlage eines Festoxidelektrolyseurs (SOEC) im Megawattbereich in Bangalore, Indien, aufbauen wollen. Ziel ist die Bereitstellung von kostengünstigem grünem Wasserstoff für die industrielle Dekarbonisierung. Der Brennstoffzellenhersteller Ceres hat 100 Millionen Pfund für die Entwicklung seiner SOEC-Technologie bereitgestellt – mit dem Ziel, bis 2025 marktführend nivellierte Wasserstoffkosten von 1,5 $/kg zu erreichen.

Anfang des Jahres übernahm Voss Fluid die österreichische HypTec GmbH. Durch diesen Zukauf sichert sich der Hersteller von Rohrverbindungssystemen den Zugriff auf Hochdruckkomponenten für H2-Anwendungen. Die 2010 gegründete HypTec verfügt über Ventiltechnik, die trotz hoher Drücke klein und leicht ist – wichtige Voraussetzungen für die Hochskalierung von H2-Komponenten.

Bereits im Januar 2022 hatten Fortescue Future Industries und Covestro eine langfristige Liefervereinbarung für grünen Wasserstoff abgeschlossen. Die Rede ist von bis zu 100.000 Tonnen Grüner-Wasserstoff-Äquivalente pro Jahr, die ab 2024 beispielsweise per Ammoniak von Australien nach Europa transportiert werden könnten. Bis 2030 will FFI die Produktion von grünem Wasserstoff auf jährlich 15 Mio. Tonnen steigern.

Und Ende August ließ der ehemalige Microsoft-Chef Bill Gates verkünden, dass sich die von ihm gegründete Investorengruppe Breakthrough Energy Ventures an dem dänische Brennstoffzellenhersteller Blue World Technologies mit 37 Mio. Euro beteiligt. Der deutsche Motorenhersteller Deutz war zuvor bereits mit 7,5 Mio. Euro eingestiegen.

Abb.: Gründer-Team von Blue World Technologies
Quelle: Blue World Technologies

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